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DIE BESCHÄFTIGUNG VON JUGENDLICHEN UND JUNGEN ARBEITNEHMERN

1. DIE ARBEITSVERTRÄGE VON JUGENDLICHEN UND JUNGEN ARBEITNEHMERN IM ÜBERBLICK

Mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen können 5 Arten von Arbeitsverträgen geschlossen werden :

  1. Unbefristeter Arbeitsvertrag: ein unbefristeter Arbeitsvertrag zum "üblichen" sozialen Mindestlohn, der je nach Alter reduziert werden kann, wenn der junge Arbeitnehmer für eine beständige Arbeit im Unternehmen eingestellt wird.
  2. Befristeter Arbeitsvertrag: ein befristeter Arbeitsvertrag zum "üblichen" gesetzlichen sozialen Mindestlohn, der je nach Alter reduziert werden kann, wenn der junge Arbeitnehmer eine genau festgelegte, zeitweilige Arbeit ausübt. Als genau festgelegte, zeitweilige Arbeit gilt insbesondere eine Beschäftigung, in deren Rahmen der Arbeitnehmer eine beruf­liche Zusatzausbildung erhält. Diese Beschäftigung unterliegt einer vorherigen Genehmigung durch den Arbeitsminister.
  3. Besonderer Arbeitsvertrag "Beschäftigungsvertrag für Schüler und Studenten": ein besonderer Arbeitsvertrag über die Beschäftigung von Schülern und Studenten zwischen 15 und 27 Jahren, die in einer Lehranstalt angemeldet bzw. eingeschrie­ben sind, für maximal 2 Monate pro Kalenderjahr in den Schulferien zu einer Sonderentlohnung (reduzierter gesetzlicher Mindestlohn für Schüler und Studenten [siehe Fragen 37 bis 41]),
  4. Praktikums- oder Probevertrag: ein Praktikumsvertrag oder ein Probevertrag hauptsächlich für Ausbildungszwecke, mit oder ohne Entlohnung, bei dem der Jugendliche oder junge Erwachsene nicht im gewöhnlichen Geschäftsbetrieb des Unternehmens beschäftigt ist (siehe Fragen 42 und 43)

Am 2. März 2018 verabschiedete der Regierungsrat einen Gesetzesentwurf zur Einführung von Praktika für Schüler und Studenten im Hinblick auf die Klärung der Situation von Praktikanten.

  1. Berufseingliederungs- oder Berufseinführungsvertrag: Der Berufseingliederungsvertrag (CAE) steht jungen Arbeitssuchenden aller Qualifikationsstufen unter dreißig Jahren offen, die seit mindestens drei Monaten bei der Agentur für Arbeit (nachstehend ADEM) als arbeitssuchend gemeldet sind.

Jungen Arbeitssuchenden, die eine Lehre absolvieren möchten, kann in Erwartung des Abschlusses eines Lehrvertrags eine Ausnahme in Bezug auf den Meldezeitraum bei der ADEM gewährt werden.

Der Berufseinführungsvertrag (CIE) steht jungen Menschen unter 30 Jahren mit oder ohne Abschluss offen, die seit mindestens drei Monaten bei der ADEM als arbeitssuchend gemeldet sind. Jungen Arbeitssuchenden, die eine Lehre absolvieren möchten, kann in Erwartung des Abschlusses eines Lehrvertrags Ausnahme in Bezug auf den Meldezeitraum bei der ADEM gewährt werden.

2. DIE VORSCHRIFTEN FÜR DIE BESCHÄFTIGUNG VON SCHÜLERN UND STUDENTEN WÄHREND DER SCHULFERIEN

Wer gilt als Schüler oder Student?

Möchte der Arbeitgeber Schüler oder Studenten in den Schulferien beschäftigen, müssen diese zwischen 15 und 27 Jahre alt sein. Außerdem müssen die Jugendlichen oder jungen Erwachsenen in einer Lehranstalt angemeldet bzw. eingeschrieben sein und dort regelmäßig eine Vollzeitschul- oder -hochschulausbildung absolvieren.

Eine Person, deren Schulanmeldung oder Immatrikulation seit weniger als vier Monaten abge­laufen ist, gilt noch als Schüler oder Student.

Base_legale Art. L. 151-1.
Base_legale Art. L. 151-2.
Base_legale Art. L. 151-3.
Base_legale Art. L. 151-4.
Base_legale Art. L. 151-5.
Base_legale Art. L. 151-6.
Base_legale Art. L. 151-7.
Base_legale Art. L. 151-8.
Base_legale Art. L. 151-9.

Wie lang können Schüler oder Studenten beschäftigt werden?

Innerhalb eines Jahres kann ein Schüler oder Student höchstens zwei Monate lang beschäftigt werden.

Diese Grenze darf keinesfalls überschritten werden, auch wenn in dem Jahr verschiedene Verträge mit demselben Schüler oder Studenten geschlossen werden.

Base_legale Art. L. 151-1.
Base_legale Art. L. 151-2.
Base_legale Art. L. 151-3.
Base_legale Art. L. 151-4.
Base_legale Art. L. 151-5.
Base_legale Art. L. 151-6.
Base_legale Art. L. 151-7.
Base_legale Art. L. 151-8.
Base_legale Art. L. 151-9.

Kann ein Arbeitsvertrag mit Schülern oder Studenten mündlich geschlossen werden?

Nein, der Arbeitgeber muss für jeden Schüler oder Studenten einen schriftlichen Vertrag erstellen, und zwar spätestens bei Dienstantritt des Schülers/Studenten.

Der Vertrag ist in drei Exemplaren auszufertigen, von denen eines beim Arbeitgeber aufbewahrt wird. Das zweite erhält der Schüler/Student, und das dritte ist bei der Gewerbeinspektion (ITM) einzu­reichen.

Wird kein schriftlicher Vertrag abgeschlossen oder wurde der Vertrag zu spät abgeschlossen, so gilt das Arbeitsverhältnis als normales, unbefristetes Arbeitsverhältnis.

Base_legale Art. L. 151-1.
Base_legale Art. L. 151-2.
Base_legale Art. L. 151-3.
Base_legale Art. L. 151-4.
Base_legale Art. L. 151-5.
Base_legale Art. L. 151-6.
Base_legale Art. L. 151-7.
Base_legale Art. L. 151-8.
Base_legale Art. L. 151-9.
Modele_type Beschäftigungsvertrag für Schüler und Studenten

Was ist den Schülern und Studenten zu zahlen?

Die Entlohnung der Schüler oder Studenten darf nicht unter 80 % des sozialen Mindestlohns für unqualifizierte Arbeitnehmer liegen.

Base_legale Art. L. 151-1.
Base_legale Art. L. 151-2.
Base_legale Art. L. 151-3.
Base_legale Art. L. 151-4.
Base_legale Art. L. 151-5.
Base_legale Art. L. 151-6.
Base_legale Art. L. 151-7.
Base_legale Art. L. 151-8.
Base_legale Art. L. 151-9.

Sind Schüler oder Studenten sozialversicherungspflichtig?

Der Arbeitgeber muss eine Einstellungserklärung bei der Sozialversicherungsanstalt einschließlich einer Kopie des Anstellungsvertrags einreichen.

Diese Formvorschrift ist zwar zu befolgen, doch müssen keine Sozialabgaben für Krankenversicherung, Rentenversicherung und Pflegeversicherung abgeführt werden.

Allerdings muss der Arbeitgeber Beiträge zur Unfallversicherung zahlen, deren Höhe von dem Sektor abhängt, in dem das Unternehmen tätig ist.

Das Ende der Beschäftigung von Schülern und Studenten muss nicht bei der Sozialversicherungsanstalt gemeldet werden.

Base_legale Art. L. 151-1.
Base_legale Art. L. 151-2.
Base_legale Art. L. 151-3.
Base_legale Art. L. 151-4.
Base_legale Art. L. 151-5.
Base_legale Art. L. 151-6.
Base_legale Art. L. 151-7.
Base_legale Art. L. 151-8.
Base_legale Art. L. 151-9.

3. DIE ARBEIT VON SCHÜLERN UND STUDENTEN IM RAHMEN EINES PRAKTIKUMS

Welche Bedingungen muss ein von einer schulischen Einrichtung organisiertes Praktikum erfüllen?

Von einer luxemburgischen oder ausländischen Lehranstalt angebotene Ausbildungs- oder Probepraktika müssen, um als Beschäftigung im Wesentlichen zu Ausbildungszwecken zu gelten:

  • integraler Bestandteil der Ausbildung gemäß den Lehrplänen der luxemburgischen oder ausländischen Lehranstalt sein;
  • von einer luxemburgischen oder ausländischen Lehranstalt organisiert werden;
  • von derselben Lehranstalt beaufsichtigt werden.

Welche Bedingungen muss ein vom Arbeitgeber organisiertes Praktikum erfüllen?

Ein von einem Arbeitgeber auf Grundlage eines Praktikumsvertrages zwischen ihm und dem Schüler oder Studenten organisiertes Ausbildungs- oder Probepraktikum muss, um als Beschäftigung im Wesentlichen zu Ausbildungszwecken zu gelten, folgende Bedingungen erfüllen:

Es hat einen informativen und bildungsbegleitenden Charakter.

Es darf dem Schüler oder Studenten keine Aufgaben zuweisen, die eine mit der regel­mäßigen Arbeit vergleichbare Leistung erfordern.

HINWEIS: Ein neuer Gesetzentwurf n°7265 befindet sich in Vorbereitung um den Praktika einen wirksamen gesetzlichen Rahmen zu verleihen.

DER BERUFSEINGLIEDERUNGSVERTRAG

An wen richtet sich das Angebot?

Auf Seite der Arbeitssuchenden

Der CAE steht jungen Arbeitssuchenden aller Qualifikationsstufen unter dreißig Jahren offen, die seit mindestens drei Monaten bei der Agentur für Arbeit (nachstehend ADEM) als arbeitssuchend gemeldet sind.

Jungen Arbeitssuchenden, die eine Lehre absolvieren möchten, kann in Erwartung des Abschlusses eines Lehrvertrags eine Ausnahme in Bezug auf den Meldezeitraum bei der ADEM gewährt werden.

Base_legale Art. L. 543-1.

Auf Seite der Arbeitgeber

Lediglich Arbeitgeber mit der Rechtsform einer Handelsgesellschaft sind vom Angebot ausgeschlossen.

Alle übrigen Arbeitgeber können den CAE nutzen, insbesondere Gemeinden, Kommunalverbände, Ministerien, die öffentliche Verwaltung, öffentliche Unternehmen, gemeinnützige öffentliche Einrichtungen, Verbände, Stiftungen, usw.

Das Arbeitsamt kann einem Arbeitgeber bei dessen offensichtlichem Missbrauch der Maßnahme das Recht absprechen, einen Arbeitssuchenden im Rahmen eines Berufseingliederungsvertrags zu beschäftigen.

Base_legale Art. L. 543-1.
Base_legale Art. L. 543-7.

Wie findet man eine freie Stelle?

Die Agentur für Arbeit übernimmt die Rolle des Vermittlers zwischen den Arbeitssuchenden und den am Abschluss eines CAE interessierten Arbeitgebern.

Die Arbeitgeber stellen beim Beauftragten für Jugendbeschäftigung bei der ADEM einen Antrag auf Vermittlung eines jungen Arbeitssuchenden. Der Antrag enthält eine Beschreibung der zu leistenden Aufgaben und ein Arbeitsplatzprofil.

ACHTUNG: Lehnt ein junger Arbeitssuchender ohne stichhaltigen Grund einen Berufseingliederungsvertrag ab, so erlischt sein Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Base_legale Art. L. 543-4.
Base_legale Art. L. 543-10.

Wie wird der Vertrag geschlossen?

Der CAE wird zwischen dem jungen Arbeitssuchenden und der ADEM geschlossen.

Base_legale Art. L. 543-1.

Wie lange läuft der Vertrag?

Der CAE wird für einen Zeitraum von zwölf Monaten geschlossen.

Der Direktor der ADEM kann nach Stellungnahme des Beauftragten für Jugendbeschäftigung eine Verlängerung des Vertrags beim selben Arbeitgeber um maximal sechs Monate genehmigen, sofern der Arbeitgeber spätestens einen Monat vor dem Vertragsende einen ordnungsgemäß begründeten Antrag einreicht. Darüber hinaus kann er auch dem Abschluss eines neuen CAE über denselben Zeitraum bei einem anderen Arbeitgeber zustimmen.

Base_legale Art. L. 543-2.

Wie lange ist die Arbeitszeit des jungen Arbeitssuchenden?

Die Arbeitszeit beläuft sich auf vierzig Stunden pro Woche.

Während dieser vierzig Stunden muss der junge Arbeitssuchende an Weiterbildungen teilnehmen können, die seitens der ADEM oder des Arbeitgebers bestimmt und organisiert werden.

Darüber hinaus muss der Arbeitgeber dem jungen Arbeitssuchenden während seiner Arbeitszeit auch ermöglichen, seinen Verpflichtungen gegenüber der ADEM gerecht zu werden, insbesondere im Hinblick auf Stellenangebote und Vorladungen.

Zudem muss der junge Arbeitssuchende an einem oder mehreren Vorstellungsgesprächen teilnehmen können. Die Teilnahme wird durch eine seitens des potentiellen Arbeitgebers unterzeichnete Anwesenheitsbescheinigung bestätigt (von der ADEM bereitgestellter Formularvordruck). Der junge Arbeitssuchende muss diese Bescheinigung dem Arbeitgeber aushändigen und eine Kopie davon an den Beauftragten für Jugendbeschäftigung übermitteln.

Base_legale Art. L. 543-3.

Wie wird der junge Arbeitssuchende betreut?

Der Arbeitgeber bestimmt einen Tutor, der den jungen Arbeitssuchenden während des CAE unterstützt und betreut.

Der Beauftragte für Jugendbeschäftigung kann den Tutor zur Teilnahme an Weiterbildungs- und Informationssitzungen auffordern.

Innerhalb einer Frist von einem Monat nach Abschluss des CAE, stellen der Arbeitgeber und der Tutor gemeinsam mit dem jungen Arbeitssuchenden einen Schulungsplan auf, der an die Agentur für Arbeit (ADEM) weitergeleitet wird.

Der Tutor teilt der ADEM im Einvernehmen mit dem jungen Arbeitssuchenden die festgestellten Fertigkeiten und Schwachpunkte sowie die seitens des Betroffenen im Rahmen des Berufseingliederungsvertrags zu erzielenden Fortschritte mit.

Der Beauftragte für Jugendbeschäftigung ist dazu befugt, die jungen Arbeitssuchenden an ihrem Arbeitsplatz zu besuchen, um sich von der ordnungsgemäßen Vertragserfüllung zu überzeugen.

Base_legale Art. L. 543-5.
Base_legale Art. L. 543-13.

Wie wird der junge Arbeitssuchende beurteilt?

Die Agentur für Arbeit, der Arbeitgeber und der Tutor beurteilen den im Rahmen eines Berufseingliederungsvertrags beschäftigten jungen Arbeitssuchenden 6 Monate nach Vertragsbeginn und 8 Wochen vor Vertragsende.

Am Ende des Berufseingliederungsvertrags stellt der Arbeitgeber eine Bescheinigung über das Ende der Maßnahme aus, aus der die Art und Dauer der Beschäftigung sowie die gegebenenfalls absolvierten Weiterbildungen hervorgehen.

Base_legale Art. L. 543-9.

Welchen Lohn erhält der junge Arbeitssuchende?

Der junge Arbeitssuchende über 18 Jahren erhält eine Entschädigung in Höhe von 100% des ihm im Falle einer Beschäftigung als unqualifizierter Arbeitnehmer zustehenden sozialen Mindestlohns, d.h. 2.048,54 € (Index: 814.40,).

Junge Arbeitssuchende unter 18 Jahren erhalten lediglich 80% des sozialen Mindestlohns für unqualifizierter Arbeitnehmer, d.h. 1.638,83 €.

Besitzt der Arbeitssuchende einen Fachhochschulabschluss (BTS), einen Bachelor- oder Masterabschluss, so hat er Anspruch auf 130 % des sozialen Mindestlohns für unqualifizierter Arbeitnehmer, d. h. 2.663,10 €.

Die Entschädigung unterliegt den für Löhne vorgesehenen Steuern und Sozialabgaben.

Dem Arbeitgeber ist es freigestellt, dem jungen Arbeitssuchenden eine Leistungsprämie zu entrichten, die seitens des Beschäftigungsfonds nicht erstattet wird.

Base_legale Art. L. 543-11.

Welche Bestimmungen des allgemeinen Rechts finden Anwendung?

Jugendliche, die im Rahmen eines CAE beschäftigt sind, haben Anspruch auf den im Unternehmen üblichen Urlaub.

Bei Nachtarbeit, Überstunden, Feiertags- und Sonntagsarbeit sind die entsprechenden Gesetze, Verordnungen und tarifvertraglichen Bestimmungen des allgemeinen Rechts anzuwenden.

Die Zeit der Beschäftigung im Rahmen eines CAE wird als Anwartschaftszeit angerechnet und berechtigt zum Bezug von Arbeitslosengeld.

Base_legale Art. L. 543-8.

Welche Pflichten hat der junge Arbeitssuchende?

Der junge Arbeitssuchende muss eine ihm seitens der Agentur für Arbeit angebotene angemessene Arbeitsstelle selbst dann annehmen, wenn es sich dabei um eine Stelle im Rahmen eines Berufseinführungsvertrags handelt.

Jugendliche, die im Rahmen eines Berufseingliederungsvertrags an einer Weiterbildung teilnehmen und einen Arbeitsvertrags abschließen, können diese Weiterbildung nach Zustimmung des Beauftragten für Jugendbeschäftigung zu Ende bringen.

Base_legale Art. L. 543-12.

Auf welche Beihilfen hat der Arbeitgeber Anspruch?

Der Beschäftigungsfonds erstattet allen Arbeitgebern mit Ausnahme des Staats (100%ige Erstattung) während der ersten zwölf Monate des Berufseingliederungsvertrags fünfundsiebzig Prozent der seitens des jungen Arbeitssuchenden erhaltenen Entschädigung, sowie den Arbeitgeberanteil der Sozialabgaben.

Im Falle einer Verlängerung reduziert sich die Erstattung auf 50% der Entschädigung.

Darüber hinaus erhält der Arbeitgeber eine Einstellungsprämie, wenn er den jungen Arbeitssuchenden nach Ablauf des CAE einstellt (siehe nächste Frage).

Base_legale Art. L. 543-11.

Welche Anreize werden dem Arbeitgeber für die Einstellung des jungen Arbeitssuchenden nach Vertragsende geboten?

Die Einstellung eines jungen Arbeitssuchenden nach Ablauf des CAE erfolgt im Rahmen eines unbefristeten Vertrags ohne Probezeit.

Im Gegenzug entrichtet der Beschäftigungsfonds dem Arbeitgeber den Arbeitgeberanteil der Sozialabgaben für die ersten zwölf Monate nach dem Einstellungsdatum.

Diese Prämie wird auf Antrag des Arbeitgebers gezahlt, der jedoch erst zwölf Monate nach der unbefristeten Einstellung des Arbeitssuchenden beim Beschäftigungsfonds unter der Voraussetzung gestellt werden kann, dass der Betreffende zum Zeitpunkt der Antragstellung noch im Unternehmen tätig ist.

Base_legale Art. L. 543-11.

Wie endet der Vertrag?

Sofern der junge Arbeitssuchende den ihm seitens der ADEM auferlegten Verpflichtungen ohne stichhaltigen Grund nicht nachkommt, kann der Direktor der ADEM nach Stellungnahme des Beauftragten für Jugendbeschäftigung und auf ordnungsgemäß begründeten Antrag des Arbeitgebers den Berufseingliederungsvertrag unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von acht Tagen per Einschreiben kündigen.

Im Falle schwerwiegender Gründe findet die achttägige Kündigungsfrist keine Anwendung.

Eine derartige Kündigung führt dazu, dass der junge Arbeitssuchende vom Bezug des Arbeitslosengeldes ausgeschlossen wird.

Der junge Arbeitssuchende kann den Berufseingliederungsvertrag unter Einhaltung einer achttägigen Kündigungsfrist per Einschreiben beenden, sofern er triftige und überzeugende Gründe dafür hat.

Am Ende des Berufseingliederungsvertrags stellt der Arbeitgeber eine Bescheinigung über das Ende der Maßnahme aus, aus der die Art und Dauer der Beschäftigung sowie die gegebenenfalls absolvierten Weiterbildungen hervorgehen.

Base_legale Art. L. 543-7.
Base_legale Art. L. 543-9.

DER BERUFSEINFÜHRUNGSVERTRAG

An wen richtet sich das Angebot?

Auf Seite der Arbeitssuchenden

Der Berufseinführungsvertrag (CIE) steht jungen Menschen unter 30 Jahren mit oder ohne Abschluss offen, die seit mindestens drei Monaten bei der ADEM als arbeitssuchend gemeldet sind.

Jungen Arbeitssuchenden, die eine Lehre absolvieren möchten, kann in Erwartung des Abschlusses eines Lehrvertrags eine Ausnahme in Bezug auf den Meldezeitraum bei der ADEM gewährt werden.

Auf Seite der Arbeitgeber

Alle Arbeitgeber des öffentlichen und privaten Sektors einschließlich Handelsgesellschaften mit staatlicher Beteiligung (z.B. Nationale luxemburgische Eisenbahngesellschaft CFL, Post, Lux-Airport usw.) können einen CIE abschließen, sofern sie dem jungen Arbeitssuchenden am Ende des Vertrags eine wirkliche Beschäftigungsperspektive bieten können.

Die ADEM kann sich weigern, einem Arbeitgeber einen Arbeitssuchenden für einen Berufseinführungsvertrag zu vermitteln, wenn der Arbeitgeber die Maßnahme offensichtlich missbraucht und/oder eine angemessene Betreuung des jungen Arbeitssuchenden nicht gewährleistet werden kann.

Base_legale Art. L. 543-14.
Base_legale Art. L. 543-15.
Base_legale Art. L. 543-28.

Wie findet man eine freie Stelle?

Die Arbeitgeber stellen beim Beauftragten für Jugendbeschäftigung einen Antrag auf Vermittlung eines jungen Arbeitssuchenden. Der Antrag enthält eine Beschreibung der zu leistenden Aufgaben und ein Arbeitsplatzprofil.

Die ADEM bietet den jungen Arbeitssuchenden freie Stellen an.

ACHTUNG: Lehnt ein junger Arbeitssuchender ohne stichhaltigen Grund einen Berufseinführungsvertrag ab, so erlischt sein Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Base_legale Art. L. 543-16.
Base_legale Art. L. 543-27.

Wie wird der Vertrag abgeschlossen?

Der Berufseinführungsvertrag wird zwischen dem Arbeitgeber, dem jungen Arbeitssuchenden und der ADEM geschlossen.

Base_legale Art. L. 543-14.

Wie lange läuft der Vertrag?

Der CIE wird für einen Zeitraum von zwölf Monaten geschlossen. Der Direktor der ADEM kann nach Stellungnahme des Beauftragten für Jugendbeschäftigung eine Verlängerung des Vertrags um maximal sechs Monate genehmigen, sofern der Arbeitgeber spätestens einen Monat vor dem Vertragsende einen ordnungsgemäß begründeten Antrag einreicht. Darüber hinaus kann er auch dem Abschluss eines neuen CIE über denselben Zeitraum bei einem anderen Arbeitgeber zustimmen.

Für Arbeitgeber, in deren Unternehmen ein Plan zur Erhaltung von Arbeitsplätzen besteht, ist keine Verlängerungs­genehmigung erforderlich.

Base_legale Art. L. 543-18.

Wie lange ist die Arbeitszeit des jungen Arbeitssuchenden?

Der junge Arbeitssuchende arbeitet grundsätzlich 40 Stunden pro Woche. 

Der Arbeitgeber gewährleistet dem jungen Arbeitssuchenden eine praktische Ausbildung, die ihm seine Eingliederung in den Arbeitsmarkt erleichtert. Darüber hinaus kann er ihm während der Arbeitszeit auch eine theoretische Ausbildung anbieten.

Der Arbeitgeber muss dem jungen Arbeitssuchenden während seiner Arbeitszeit auch ermöglichen, seinen Verpflichtungen gegenüber der Agentur für Arbeit gerecht zu werden, insbesondere im Hinblick auf Stellenangebote, Vorladungen und Weiterbildungen.

Zudem muss der Arbeitgeber dem jungen Arbeitssuchenden auch die Teilnahme an einem oder mehreren Vorstellungsgesprächen ermöglichen. Die Teilnahme wird durch eine seitens des potentiellen Arbeitgebers unterzeichnete Anwesenheitsbescheinigung bestätigt (von der ADEM bereitgestellter Formularvordruck). Der junge Arbeitssuchende muss diese Bescheinigung dem Arbeitgeber aushändigen und eine Kopie davon an den Beauftragten für Jugendbeschäftigung übermitteln.

Base_legale Art. L. 543-14.

Wie wird der junge Arbeitssuchende betreut?

Dem jungen Arbeitssuchenden wird ein Tutor zugeteilt, der ihn während des CIE unterstützt und betreut. Der Beauftragte für Jugendbeschäftigung kann den Tutor zur Teilnahme an Weiterbildungs- und Informationssitzungen auffordern.

Innerhalb einer Frist von einem Monat nach Abschluss des CIE, stellen der Arbeitgeber und der Tutor gemeinsam mit dem jungen Arbeitssuchenden einen Schulungsplan auf, der an den Beauftragten für Jugendbeschäftigung weitergeleitet wird.

Der Tutor teilt der Agentur für Arbeit die festgestellten Fertigkeiten und Schwachpunkte, sowie die seitens des Betroffenen im Rahmen des Berufseinführungsvertrags zu erzielenden Fortschritte mit.

Base_legale Art. L. 543-17.

Wie wird der junge Arbeitssuchende beurteilt?

Das Arbeitsamt, der Arbeitgeber und der Tutor beurteilen den jungen Arbeitssuchenden sechs Monate nach Vertragsbeginn und acht Wochen vor Vertragsende.

Am Ende des CIE stellt der Arbeitgeber eine Bescheinigung über das Ende der Maßnahme aus, aus der die Art und Dauer der Beschäftigung sowie die gegebenenfalls absolvierten Weiterbildungen hervorgehen.

Base_legale Art. L. 543-23.

Welchen Lohn erhält der junge Arbeitssuchende?

Der junge Arbeitssuchende über 18 Jahren erhält eine Entschädigung in Höhe von 100% des ihm im Falle einer Beschäftigung als unqualifizierter Arbeitnehmer zustehenden sozialen Mindestlohns, d.h. 2.048,54 € (Index: 814,40).

Junge Arbeitssuchende unter 18 Jahren erhalten lediglich 80% des sozialen Mindestlohns für unqualifizierte Arbeitnehmer, d.h. 1.638,83 €.

Besitzt der Arbeitssuchende einen Fachhochschulabschluss (BTS), einen Bachelor- oder Masterabschluss, so hat er Anspruch auf 130 % des sozialen Mindestlohns für unqualifizierte Arbeitnehmer, d. h. 2.663,10 €.

Die Entschädigung unterliegt den für Löhne vorgesehenen Steuern und Sozialabgaben.

Dem Arbeitgeber ist es freigestellt, dem jungen Arbeitssuchenden eine Leistungsprämie zu entrichten, die seitens des Beschäftigungsfonds nicht erstattet wird.

Base_legale Art. L. 543-19.

Welche Bestimmungen des allgemeinen Rechts finden Anwendung?

Jugendliche, die im Rahmen eines CIE beschäftigt sind, haben Anspruch auf den im Unternehmen üblichen Urlaub.

Bei Nachtarbeit, Überstunden, Feiertags- und Sonntagsarbeit sind die entsprechenden Gesetze, Verordnungen und tarifvertraglichen Bestimmungen des allgemeinen Rechts anzuwenden.

Die Zeit der Beschäftigung im Rahmen eines CIE wird als Anwartschaftszeit angerechnet und berechtigt zum Bezug von Arbeitslosengeld.

Base_legale Art. L. 543-25.
Base_legale Art. L. 543-26.

Auf welche Beihilfen hat der Arbeitgeber Anspruch?

Der Beschäftigungsfonds erstattet dem Arbeitgeber während der ersten 12 Monate des CIE monatlich 50% der seitens des jungen Arbeitssuchenden erhaltenen Entschädigung, sowie den Arbeitgeberanteil der Sozialabgaben.

Ist das Geschlecht der beschäftigten Person in der Branche des Arbeitgebers und/oder in dem betreffenden Beruf unterrepräsentiert, so erhöht sich die Erstattung auf 65%.

Im Falle einer Verlängerung reduziert sich die Erstattung auf 30% der Entschädigung.

Darüber hinaus erhält der Arbeitgeber eine Einstellungsprämie, wenn er den jungen Arbeitssuchenden nach Ablauf des CIE einstellt (siehe nächste Frage).

Base_legale Art. L. 543-20.

Welche Anreize werden dem Arbeitgeber für die Einstellung des jungen Arbeitssuchenden nach Vertragsende geboten?

Möchte der Arbeitgeber den jungen Arbeitssuchenden nach Ablauf des CIE einstellen, erfolgt dies im Rahmen eines unbefristeten Arbeitsvertrags ohne Probezeit.

Im Gegenzug entrichtet der Beschäftigungsfonds allen Arbeitgebern außer dem Staat den Arbeitgeberanteil der Sozialabgaben für die ersten zwölf Monate nach dem Einstellungsdatum.

Diese Prämie wird auf Antrag des Arbeitgebers gezahlt, der jedoch erst zwölf Monate nach der unbefristeten Einstellung des Arbeitssuchenden beim Beschäftigungsfonds unter der Voraussetzung gestellt werden kann, dass der Betreffende zum Zeitpunkt der Antragstellung noch im Unternehmen tätig ist.

Base_legale Art. L. 543-21.

Wie endet der Vertrag?

Der junge Arbeitssuchende kann den Berufseinführungsvertrag unter Einhaltung einer achttägigen Kündigungs­frist per Einschreiben beenden, sofern er triftige und überzeugende Gründe dafür hat.

Der Arbeitgeber kann den CIE in den ersten 6 Wochen nach Vertragsabschluss mit einer achttägigen Kündigungsfrist per Einschreiben kündigen.

Nach Ablauf der ersten 6 Wochen kann der Arbeitgeber den Vertrag nur mit Zustimmung des Arbeitsamts kündigen.

Im Falle schwerwiegender Gründe findet die achttägige Kündigungsfrist keine Anwendung.

Base_legale Art. L. 543-22.

Welche Pflichten hat der Arbeitgeber bei Vertragsende?

Arbeitsbescheinigung

Bei Ablauf des Berufseinführungsvertrags stellt der Arbeitgeber dem jungen Arbeitssuchenden eine Arbeitsbescheinigung über die Art und Dauer der Beschäftigung sowie über die absolvierten Weiterbildungsmaßnahmen aus (von der ADEM bereitgestelltes Muster).

Bevorzugte Einstellung

Der Arbeitgeber ist bei Neueinstellungen verpflichtet, einen ehemaligen Mitarbeiter, der im Rahmen eines Berufseinführungsvertrags bei ihm beschäftigt war und wieder arbeitslos ist, und dessen Vertrag in den 3 Monaten vor der Neueinstellung ausgelaufen ist, bevorzugt einzustellen.

Zu diesem Zweck informiert der Arbeitgeber die Agentur für Arbeit rechtzeitig über die verfügbare(n) Stelle(n). Sofern der ehemals im Rahmen eines Berufseinführungsvertrags tätige junge Arbeitssuchende über die erforderlichen Qualifikationen und das gewünschte Profil verfügt, wird er von der Agentur für Arbeit kontaktiert und teilt dem Arbeitgeber seine Entscheidung innerhalb von acht Tagen mit.

Base_legale Art. L. 543-23.
Base_legale Art. L. 543-24.

DIE EINZUHALTENDEN VORSCHRIFTEN

Die Arbeitszeiten der jungen Arbeitnehmer:

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