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Der ausserordentliche Urlaub

Welche Familiären Ereignisse berechtigen zu ausserordentlichem Urlaub?

Die berücksichtigten familiären Ereignisse sowie die Dauer des entsprechenden außerordentlichen Urlaubs sind in der nachstehenden Tabelle angegeben:

Außerordentlicher Urlaub

Arten des Urlaubs Begünstigter Dauer Übernahme des Gehalts
Tod eines Verwandten 2. Grades* des Arbeitnehmers oder dessen Ehe-/Lebenspartners
*Großmutter, Großvater, Enkelin, Enkel, Schwester, Bruder
Arbeitnehmer und Auszubildende 1 Tag Arbeitgeber
Heirat eines Kindes des Arbeitnehmers Arbeitnehmer und Auszubildende 2 Tage Arbeitgeber
Aufnahme eines Kindes von weniger als 16 Jahren im Hinblick einer Adoption Arbeitnehmer und Auszubildende 10 Tage Arbeitgeber: 2 Tage Staat: 8 Tage
Geburt eines ehelichen / anerkannten unehelichen Kindes Arbeitnehmer und Auszubildende 10 Tage Arbeitgeber: 2 Tage Staat: 8 Tage
Wohnsitzwechsel

 

Arbeitnehmer und Auszubildende 2 Tage innerhalb einer Referenzperiode von 3 Jahren bei demselben Arbeitgeber, außer bei Umzug aus professionellen Gründen Arbeitgeber
Tod des Ehe-/Lebenspartners oder eines Verwandten 1. Grades* des Arbeitnehmers oder dessen Ehe-/Lebenspartners
* Mutter, Vater, Tochter, Sohn
Arbeitnehmer und Auszubildende 3 Tage Arbeitgeber
Heirat des Arbeitnehmers Arbeitnehmer und Auszubildende 3 Tage Arbeitgeber
Urlaub bei Todesfall eines minderjährigen Kindes Arbeitnehmer und Auszubildende 5 Tage Arbeitgeber
Lebenspartnerschaft des Arbeitnehmers Arbeitnehmer und Auszubildende 1 Tag Arbeitgeber


Base_legale Art. L. 233-16.

Was ist unter Verwandten 1. bzw. 2. Grades zu verstehen?

Zu „Verwandten 1. Grades” zählen die Mutter, der Vater, die Tochter und der Sohn des Arbeitnehmers oder seines Ehegatten/Lebenspartners.

Zu „Verwandten 2. Grades” zählen die Großmutter, der Großvater, die Enkelin, der Enkel, der Bruder und die Schwester des Arbeitnehmers oder seines Ehegatten/Lebenspartners.

(letzte Aktualisierung: 08.11.2019) 

Base_legale Art. L. 233-16.

Ist der ausserordentliche Urlaub übertragbar?

Was den Zeitpunkt der Inanspruchnahme des außerordentlichen Urlaubs betrifft, so muss der Arbeitnehmer diesen zu dem Zeitpunkt in Anspruch nehmen, an dem das familiäre Ereignis stattfindet.

In anderen Worten: Wenn ein Arbeitnehmer im Januar umzieht, kann er seine 2 außerordentlichen Urlaubstage vorbehaltlich einer gegenteiligen Vereinbarung mit dem Arbeitgeber nicht im Juli in Anspruch nehmen.

Überdies ist es nicht möglich, die außerordentlichen Urlaubstage auf den Erholungsurlaub zu übertragen. So kann ein Arbeitnehmer, der im Februar heiratet und dessen Erholungsurlaub für Juli vorgesehen ist, letzteren Urlaub vorbehaltlich einer gegenteiligen Vereinbarung mit dem Arbeitgeber nicht mithilfe der 6 außerordentlichen Urlaubstage verlängern.

Lediglich der 10-tägige Urlaub im Falle der Geburt oder der Adoption eines Kindes kann aufgeteilt werden, sofern der Arbeitgeber damit einverstanden ist und vorbehaltlich der Einhaltung bestimmter Bedingungen. Der 10-tägige Urlaub muss innerhalb einer Frist von 2 Monaten nach der Geburt oder Aufnahme des Kindes in Anspruch genommen werden.

Laut Gesetz wird ein außerordentlicher Urlaub verschoben, wenn er auf einen der nachstehend angegebenen Tage fällt:

  • auf einen Sonntag;
  • auf einen gesetzlichen Feiertag;
  • auf einen arbeitsfreien Werktag (z.B. samstags für Personen, die von montags bis freitags arbeiten);
  • auf einen Tag Freizeitausgleich (z.B. ein als Ausgleich für Sonntagsarbeit gewährter Urlaubstag).

In diesen Fällen wird der außerordentliche Urlaub auf den ersten auf das familiäre Ereignis folgenden Werktag verschoben.

(letzte Aktualisierung: 08.11.2019)

Base_legale Art. L. 233-16.

Kann ein erst kürzlich eingestellter Arbeitnehmer vor Ende der Dreimonatsfrist ausserordentlichen Urlaub nehmen?

Grundsätzlich müssen die von einem Arbeitgeber neu eingestellten Arbeitnehmer vorbehaltlich einer gegenteiligen Vereinbarung mit dem Arbeitgeber 3 Monate warten, bevor sie Urlaubstage in Anspruch nehmen dürfen.

Diese Wartezeit gilt jedoch nicht, wenn es sich um außerordentlichen Urlaub handelt. Im Falle eines familiären Ereignisses kann der Arbeitnehmer selbst dann umgehend außerordentlichen Urlaub erhalten, wenn er seit weniger als 3 Monaten bei seinem Arbeitgeber beschäftigt ist.

(letzte Aktualisierung: 08.11.2019)

Base_legale Art. L. 233-16.

Wie oft kann ausserordentlicher Urlaub aufgrund von Umzug in Anspruch genommen werden?

Vor dem 31. Dezember 2017 konntan die Arbeitnehmer einen außrordentlichen Urlaub so oft in Anspruch nehmen, wie sie im Laufe des Jahres umgezogen sind.

Seit dem 1. Januar 2018 ist die Dauer des im Umzugsfall gewährten Urlaubs auf 2 Tage festgesetzt, wobei dieser Urlaub nur alle 3 Jahre gewährt wird, es sei denn, der Arbeitnehmer muss aus beruflichen Gründen umziehen. Der Bezugszeitraum von 3 Jahren beschränkt sich jedoch auf denselben Arbeitgeber. Dieser Anspruch entsteht bei jedem Arbeitgeber neu, ohne Berücksichtigung einer eventuellen Inanspruchnahme dieser Urlaubstage bei einem früheren Arbeitgeber.

Dabei muss es sich jedoch stets um einen offiziellen Wohnsitzwechsel handeln, d.h., die verwaltungstechnischen Formvorschriften bei der Gemeinde müssen erfüllt sein (Auszugserklärung, Einzugserklärung usw.).

(letzte Aktualisierung: 08.11.2019)

Kann man einen ausserordentlichen Urlaub nachholen, wenn das familiäre Ereignis während einer Krankheitszeit stattfindet?

Nein, wenn ein familiäres Ereignis in einen Zeitraum fällt, in dem der Arbeitnehmer krankgeschrieben ist, verfällt der außerordentliche Urlaub. Er kann nicht nachträglich in Anspruch genommen werden.

(letzte Aktualisierung: 08.11.2019) 

Muss der Arbeitgeber ausserordentlichen Urlaub gewähren, wenn ein familiäres Ereignis innerhalb des Zeitraums eines Erholungsurlaubs stattfindet?

Ja, wenn ein familiäres Ereignis innerhalb des Zeitraums des Erholungsurlaubs stattfindet, wird Letzterer für die Dauer des außerordentlichen Urlaubs unterbrochen.

(letzte Aktualisierung: 08.11.2019)

Wer zahlt den ausserordentlichen Urlaub?

Die außerordentlichen Urlaubstage werden vom Arbeitgeber gemäß der auf den Erholungsurlaub anwendbaren Berechnungsmethode gezahlt.

Was den Urlaub im Zusammenhang mit der Geburt oder Adoption eines Kindes betrifft, so werden dem Arbeitgeber die 8 letzten Tage vom Ministerium für Arbeit, Beschäftigung sowie Sozial- und Solidarwirtschaft erstattet.

Der für die Erstattung berücksichtigte Lohn ist auf den 5-fachen sozialen Mindestlohn für ungelernte Arbeitnehmer beschränkt.

Der Arbeitgeber muss die Erstattung innerhalb einer Frist von 5 Monaten nach der Geburt/Aufnahme des Kindes beantragen.

(letzte Aktualisierung: 08.11.2019)

Modele_type Urlaubsantrag

Welchen Bedingungen unterliegt die Inanspruchnahme des 10-tägigen Urlaubs im Falle der Geburt oder Adoption eines Kindes?

Der Anspruch auf den 10-tägigen Urlaub erfordert die Einhaltung einer Vorankündigungsfrist von 2 Monaten.

Der Arbeitgeber muss mit einer Vorankündigungsfrist von 2 Monaten über die voraussichtlichen Daten in Kenntnis gesetzt werden, zu denen der Arbeitnehmer die Inanspruchnahme dieses Urlaubs beabsichtigt. Dieser schriftlichen Inkenntnissetzung ist eine Kopie des ärztlichen Attests beizufügen, das das vermutliche Entbindungsdatum bescheinigt, oder ein Nachweis über das voraussichtliche Aufnahmedatum des Kindes unter 16 Jahren im Hinblick auf dessen Adoption.

Arbeitgeber, die damit einverstanden sind, trotz der Nichteinhaltung der Vorankündigungsfrist von 2 Monaten seitens des Arbeitnehmers einen Vaterschaftsurlaub von über 2 Tagen zu gewähren, haben Anspruch auf die Erstattung der für die die Mindestanzahl von 2 Tagen überschreitendem Urlaubstage im Voraus entrichteten Löhne.

Der 10-tägige Urlaub ist innerhalb einer Frist von 2 Monaten nach der Geburt oder der Aufnahme des Kindes in Anspruch zu nehmen.

Der Urlaub kann mit Einverständnis des Arbeitgebers aufgeteilt werden. Sofern die betrieblichen Erfordernisse dem nicht entgegenstehen, wird er grundsätzlich nach Wunsch des Arbeitnehmers festgesetzt.

In Ermangelung eines Einvernehmens zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber, ist der 10-tägige Urlaub auf einmal und unmittelbar nach der Geburt oder Aufnahme des Kindes in Anspruch zu nehmen.

(letzte Aktualisierung: 08.11.2019) 

Haben Teilzeitbeschäftigte Anspruch auf dieselbe Anzahl an ausserordentlichen Urlaubstagen?

Wenngleich es zulässig ist, dass der Erholungsurlaub in Abhängigkeit von der Arbeitsdauer des Teilzeitbeschäftigten anteilig berechnet und folglich in Stunden gezählt wird, trifft dies auf den außerordentlichen Urlaub nicht zu.

Der außerordentliche Urlaub wird in Tagen und nicht in Stunden gezählt. In Abhängigkeit von dem Tag, an dem der Arbeitnehmer den außerordentlichen Urlaub in Anspruch nehmen möchte, weist dieser Urlaub die Anzahl an Stunden auf, die der Arbeitnehmer am betreffenden Tag hätte arbeiten müssen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Arbeitnehmer 4 oder 8 Stunden arbeitet, da ein ganzer Tag berechnet wird.

Wenn ein außerordentlicher Urlaubstag auf einen für den Arbeitnehmer arbeitsfreien Werktag fällt, so ist er auf den ersten auf das Ereignis oder das Ende des außerordentlichen Urlaubs folgenden Werktag zu verschieben.

Somit hat der auf Grundlage seines Arbeitsvertrags oder auf Grundlage eines Teilzeitelternurlaubs Teilzeitbeschäftigte ebenfalls Anspruch auf 10 Tage Vaterschaftsurlaub, dessen für die Erstattung berücksichtigte normale Arbeitsdauer jedoch variieren kann.

(letzte Aktualisierung: 08.11.2019) 

Wie können durch eingetragene Partnerschaft verbundene Arbeitnehmer ausserordentlichen Urlaub in Anspruch nehmen?

In der Praxis müssen die betroffenen Arbeitnehmer den Arbeitgeber im Voraus über das Datum des Eingehens der Partnerschaft vor dem Standesbeamten in Kenntnis setzen.

Das Gesetz sieht keine Frist vor, innerhalb der die Arbeitnehmer den Arbeitgeber in Kenntnis setzen müssen, doch die Arbeitnehmer sind dazu verpflichtet, ihren Arbeitgeber rechtzeitig zu informieren.

Der außerordentliche Urlaub ist zum Zeitpunkt des Ereignisses in Anspruch zu nehmen, d.h. zum Zeitpunkt des Eingehens der Partnerschaft in der Gemeinde.

Für die Gewährung des außerordentlichen Urlaubs aufgrund des Eingehens einer Partnerschaft ist ausschließlich die seitens der Generalstaatsanwaltschaft ausgestellte Bescheinigung der Eintragung in das Personenstandsregister maßgeblich.

Diese Bescheinigung ist dem Arbeitgeber auszuhändigen, damit dieser die Übereinstimmung des Urlaubs mit dem zu diesem berechtigenden Ereignis überprüfen kann.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die eingetragene Partnerschaft erst ab ihrer Eintragung in das Personenstandsregister Dritten gegenüber wirksam ist, obgleich sie zwischen den Parteien ab dem Erhalt der Erklärung vom Standesbeamten in Kraft tritt.

(letzte Aktualisierung: 08.11.2019) 

Base_legale Art. L. 233-16.

Haben Arbeitnehmer, die durch eine nach ausländischem Recht eingegangene Partnerschaft verbunden sind, ebenfalls Anspruch auf ausserordentlichen Urlaub?

Arbeitnehmer und insbesondere Grenzgänger, die durch eine nach ausländischem Recht eingegangene Partnerschaft verbunden sind, haben Anspruch auf 1 Tag außerordentlichen Urlaub. Sie müssen sich jedoch dem Verfahren zur Anerkennung der in ihrem Wohnsitzland eingegangenen Partnerschaft unterziehen.

Partner, die ihre Partnerschaft im Ausland eingetragen haben, können bei der Generalstaatsanwaltschaft einen Antrag auf Eintragung in das Personenstandsregister stellen.

(letzte Aktualisierung: 08.11.2019) 

Base_legale Art. L. 233-16.
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