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Der Urlaub für Entwicklungszusammenarbeit

Welchen Zweck hat der Urlaub für Entwicklungszusammenarbeit?

Der Urlaub für Entwicklungszusammenarbeit soll Mitgliedern zugelassener Nichtregierungsorganisationen
(NROs) die Möglichkeit zur Teilnahme an in Luxemburg oder im Ausland organisierten Entwicklungsprogrammen
und -projekten geben, um die Bevölkerung in Entwicklungsländern zu unterstützen.

Base_legale Art. L. 234-32.
Base_legale Art. L. 234-33.

Wer kann eine Urlaub für Entwicklungszusammenarbeit beantragen?

Sachverständige und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen (mit Ausnahme der Mitarbeiter einer solchen
Organisation) die eine andere selbstständige oder unselbstständige Erwerbstätigkeit in Luxemburg ausüben,
können einen Urlaub für Entwicklungszusammenarbeit beantragen, wenn sie dafür bestimmte Voraussetzungen
erfüllen:

  • sie müssen volljährig sein;
  • sie müssen Angehörige eines Mitgliedsstaates der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit
    und Entwicklung sein;
  • sie müssen im Rahmen eines Entwicklungsprogramms oder -projekts in ein Hilfsprojekt für die
    Bevölkerung eines Entwicklungslandes eingebunden sein;
  • sie müssen an der Durchführung eines Entwicklungsprogramms oder -projekts zugunsten der
    Bevölkerung eines Entwicklungslandes beteiligt sein, dessen Umsetzung Aufgabe einer zugelassenen
    Nichtregierungsorganisation ist;
  • sie müssen über die für die Erfüllung ihrer Aufgabe erforderliche Ausbildung, Eignung und Vorbereitung
    verfügen.

Wenn es sich bei der betroffenen Person um einen Arbeitnehmer handelt, muss er eine Betriebszugehörigkeit
von mindestens einem Jahr bei demselben Arbeitgeber nachweisen können, um Anspruch auf einen Urlaub für
Entwicklungszusammenarbeit zu haben.

Base_legale Art. L. 234-36.

Welche Einsätze können für die Bewilligung eines Urlaubs für Entwicklungszusammenarbeit in Betracht gezogen werden?

Die nachstehenden Einsätze können für die Bewilligung dieses Urlaubs in Betracht gezogen werden:

  • Fahrten und Reisen in Bezug auf die Ermittlung, Ausarbeitung, Ausführung, Weiterverfolgung,
    Kontrolle und Bewertung von Entwicklungszusammenarbeitsprogrammen oder -projekten zugunsten
    der Bevölkerung in Entwicklungsländern;
  • die finanzielle und verwaltungstechnische Leitung eines Programms oder Projekts zur
    Entwicklungszusammenarbeit zugunsten der Bevölkerung in Entwicklungsländern, dessen
    Umsetzung Aufgabe einer NRO ist;
  • Sitzungen von Sachverständigen und Vertretern von NROs im Rahmen internationaler Organisationen;
  • Austauschprogramme im Rahmen von Programmen oder Projekten im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit;
  • Sitzungen jedweder Art im Zusammenhang mit der Entwicklungszusammenarbeit, zu denen der
    für Entwicklungszusammenarbeit zuständige Außenminister einen luxemburgischen Vertreter
    entsandt hat.

Welche Schritte sind zur Beantragung eines Urlaubs für Entwicklungszusammenarbeit zu ergreifen?

Die betroffene Person muss den Urlaub für Entwicklungszusammenarbeit mindestens 2 Monate vor dessen
Beginn durch die Übermittlung eines Formulars an das Außenministerium beantragen.

Wenn es sich um einen Arbeitnehmer handelt, übermittelt er den ordnungsgemäß ausgefüllten Antrag an seinen
Arbeitgeber, der den ihm vorbehaltenen Teil des Formulars ausfüllt und dieses unterzeichnet.

Der Arbeitgeber kann eine ablehnende Stellungnahme abgeben, wenn aufgrund der Abwesenheit des Arbeitnehmers
gravierende nachteilige Auswirkungen auf die Betriebsabläufe bzw. die Planung des Jahresurlaubs der
gesamten Mitarbeiter des Unternehmens zu befürchten sind.

Im Anschluss daran übermittelt der Antragsteller das ordnungsgemäß ausgefüllte und unterzeichnete Formular
mindestens 2 Monate vor Beginn des Urlaubs in 3-facher Ausfertigung an die Direktion für Entwicklungszusammenarbeit
des Außenministeriums.

Die Entscheidung des Außenministers in Bezug auf die Bewilligung oder Ablehnung des Urlaubs wird dem Antragsteller
im Monat nach der Antragstellung zugestellt.

Die betroffene Person legt den Antrag zusammen mit der Entscheidung des Ministers gegebenenfalls mindestens
15 Tage vor Beginn des beantragten Urlaubs ihrem Arbeitgeber vor.

Wie lange dauert der Urlaub für Entwicklungszusammenarbeit?

Die Dauer des Urlaubs für Entwicklungszusammenarbeit darf 6 Tage pro Jahr nicht überschreiten. Der Urlaub
kann aufgeteilt werden.

Base_legale Art. L. 234-34.

Wird der Urlaub für Entwicklungszusammenarbeit als Arbeitszeit betrachtet?

Der Zeitraum des Urlaubs für Entwicklungszusammenarbeit ist der Arbeitszeit gleichgestellt. Während der Dauer
des Urlaubs finden die gesetzlichen Bestimmungen im Bereich der Sozialversicherung und des Arbeitsrechts
weiterhin auf die Berechtigten Anwendung.


Sachverständige und Vertreter von NROs, die als Arbeitnehmer des privaten Sektors beschäftigt sind, haben
Anspruch auf eine vom Arbeitgeber zu zahlende Ausgleichsentschädigung in Höhe des durchschnittlichen Tageslohns.
Diese Entschädigung darf das 4-fache des sozialen Mindestlohns nicht übersteigen. Der Arbeitgeber
streckt die Entschädigung vor, die ihm vom Staat erstattet wird.


Sobald der Arbeitgeber von der zuständigen NRO eine Bescheinigung über die Teilnahme des Arbeitnehmers an
der Aktivität erhält, für die der Urlaub beantragt wurde, kann er durch die Übermittlung einer Erstattungserklärung
an die Direktion für Entwicklungszusammenarbet die Erstattung der Kosten beantragen.

Die Erklärung wird formlos verfasst und muss von den nachstehenden Dokumenten begleitet sein:

  • der seitens der zuständigen NRO übermittelten Teilnahmebescheinigung an der Veranstaltung;
  • dem Lohnzettel für den entsprechenden Zeitraum.

Das Außenministerium erstattet dem Arbeitgeber den Betrag der Ausgleichsentschädigung sowie den Arbeitgeberanteil
der Sozialabgaben.

Sachverständige und Vertreter von NROs, die im öffentlichen Sektor beschäftigt sind, erhalten während der
Dauer des Urlaubs weiterhin ihr volles Gehalt sowie die übrigen Vergünstigungen im Zusammenhang mit ihrem
Amt.

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