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Die ärztliche Einstellungsuntersuchung

Sind die Arbeitnehmer dazu verpflichtet, sich einer ärztlichen Einstellungsuntersuchung zu unterziehen?

Jede Person, die sich um einen Arbeitsplatz bewirbt, ist im Hinblick auf die Einstellung dazu verpflichtet, sich
einer ärztlichen Untersuchung durch den Arbeitsmediziner zu unterziehen.

Neben Arbeitnehmern und Auszubildenden müssen sich auch Schüler und Studenten, sowie Schüler, die ein
Ausbildungspraktikum absolvieren, der ärztlichen Einstellungsuntersuchung unterziehen, sofern sie an einem
Risikoarbeitsplatz tätig sind.

Für Nachtarbeiter und Arbeitnehmer, die einen Risikoarbeitsplatz bekleiden, ist die Untersuchung vor der Einstellung
durchzuführen. Alle übrigen Arbeitnehmer müssen sich innerhalb einer Frist von zwei Monaten nach
der Einstellung der Untersuchung unterziehen.

Die seitens der Arbeitnehmer während der Arbeitszeit den Einstellungsuntersuchungen gewidmete Zeit gilt als
Arbeitszeit.

Findet die ärztliche Einstellungsuntersuchung nach der Einstellung statt, wird der Arbeitsvertrag unter auflösender
Bedingung abgeschlossen.

Die auflösende Bedingung tritt ein und der Arbeitsvertrag wird folglich von Rechts wegen gekündigt, sofern der
Arbeitnehmer im Zuge der ärztlichen Einstellungsuntersuchung für die geplante Beschäftigung für untauglich
erklärt wird.

Welchen Zweck hat die ärztliche Einstellungsuntersuchung?

Die ärztliche Einstellungsuntersuchung zielt darauf ab, festzustellen, ob der Bewerber für die vorgesehene
Beschäftigung tauglich ist oder nicht, d.h. ob er den ins Auge gefassten Arbeitsplatz bekleiden kann, ohne sich
gesundheitlichen Risiken auszusetzen.

In welchen Fällen werden die Arbeitnehmer regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen unterzogen?

Die nachstehenden Arbeitnehmer müssen sich regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen unterziehen:

  • Arbeitnehmer unter 21 Jahren;
  • Arbeitnehmer, die einen Risikoarbeitsplatz bekleiden;
  • Arbeitnehmer, für die der Arbeitsmediziner bei der Einstellungsuntersuchung eine regelmäßige
    ärztliche Untersuchung für zweckmäßig erachtet hat;
  • Nachtarbeiter.

Die seitens der Arbeitnehmer während der Arbeitszeit den regelmäßigen Untersuchungen gewidmete Zeit gilt
als Arbeitszeit.

Base_legale Art. L. 326-3.

Was ist unter einem Risikoarbeitsplatz zu verstehen?

Die nachstehenden Arbeitsplätze gelten als Risikoarbeitsplätze:

  • alle Arbeitsplätze, auf denen der betreffende Arbeitnehmer dem Risiko einer Berufskrankheit,
    dem spezifischen Risiko eines Arbeitsunfalls am Arbeitsort selbst, physischen oder biologischen
    Einflüssen, die für ihn gesundheitsschädlich sein können, oder kanzerogenen Stoffen ausgesetzt
    ist;
  • alle Arbeitsplätze, mit denen eine Tätigkeit verbunden ist, die die Sicherheit und Gesundheit anderer
    Arbeitnehmer oder Dritter ernsthaft gefährden könnte, sowie alle Arbeitsplätze, die die Steuerung
    einer Anlage beinhalten, deren Ausfall die Sicherheit und Gesundheit anderer Arbeitnehmer oder
    Dritter ernsthaft gefährden könnte.
Base_legale Art. L. 326-4.

Was passiert, wenn der Arbeitnehmer für die Ausübung der Tätigkeit für tauglich befunden wurde?

Wurde der Arbeitnehmer für die Ausübung der Tätigkeit für tauglich befunden, kann er den im Arbeitsvertrag
vorgesehenen Arbeitsplatz bekleiden.

Base_legale Art. L. 326-8.

Was passiert, wenn der Arbeitnehmer für die Ausübung der Tätigkeit für untauglich befunden wurde?

Wurde der Arbeitnehmer im Zuge der ärztlichen Einstellungsuntersuchung für die Ausübung der Tätigkeit für
untauglich befunden, wird der Arbeitsvertrag von Rechts wegen gekündigt. Gegen diese Entscheidung kann
keine Berufung eingelegt werden.

Gegen alle übrigen seitens des Arbeitsmediziners verkündeten Entscheidungen in Bezug auf die Untauglichkeit
des Arbeitnehmers kann vor dem leitenden Arzt der Abteilung für Arbeitsmedizin sowohl seitens des Arbeitgebers
als auch seitens des Arbeitnehmers Berufung eingelegt werden.

Wurde der Arbeitnehmer im Zuge einer während der Vertragserfüllung durchgeführten ärztlichen Untersuchung
für die Ausübung der Tätigkeit für untauglich erklärt, darf der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nicht länger an
dem Arbeitsplatz beschäftigen, für den er für untauglich erklärt worden war.

Der Arbeitgeber muss sein Möglichstes tun, um die Entscheidung des Arbeitsmediziners zu befolgen und dem
Arbeitnehmer einen anderen Arbeitsplatz zuzuweisen, für den er tauglich ist.

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