Kann der Arbeitnehmer Telearbeit beantragen?

Ja, aber der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, diesem Antrag stattzugeben.

Da der Arbeitgeber andererseits verpflichtet ist, seine Mitarbeiter zur Telearbeit zu ermutigen, muss er seine Verweigerung auf die Bedürfnisse des Dienstes beschränken.

Kann der Arbeitgeber mich zur Telearbeit zwingen?

Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer in allen arbeitsbezogenen Angelegen­heiten zu gewährleisten.

Zu diesem Zweck kann er Telearbeit im Rahmen der aktuellen Pandemie auferlegen.

Müssen Arbeitnehmer in ihr Büro zurückkehren?

Die Empfehlung lautet, nach Möglichkeit weiterhin Telearbeit durchzuführen.

Laut der Gesundheitsbehörde bleibt “für Mitarbeiter privater Unternehmen – Finanzinstitute, Dienstleistungen… – und des öffentlichen Dienstes Telearbeit nach wie vor die bevorzugte Option. Die Gesundheitskrise ist noch nicht beendet. Die von der Regierung ergrif­fenen Maßnahmen gelten weiterhin.”

Welche Regeln sind zu beachten?

Die Durchführung von Telearbeit zu Hause muss zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber vereinbart werden. Die Arbeitnehmervertreter müssen konsultiert werden.

Der Arbeitgeber stellt die für die Telearbeit erforderliche Ausrüstung zur Verfügung, installiert und wartet sie. Wenn der Telearbeit­nehmer ausnahmsweise seine eigene Ausrüstung benutzt, muss der Arbeitgeber für deren Anpassung und Wartung sorgen.

In allen Fällen trägt der Arbeitgeber die direkt durch diese Arbeit verursachten Kosten, insbesondere die Kosten für die Kommuni­kation.

Der Arbeitgeber stellt dem Telearbeitnehmer einen geeigneten technischen Unterstützungsdienst zur Verfügung.

Der Arbeitgeber stellt dem Telearbeitnehmer geeignete technische Unterstützungsdienste zur Verfügung.

Der Arbeitgeber übernimmt gemäß den geltenden Bestimmungen die Verantwortung für die Kosten im Zusammenhang mit dem Verlust oder der Beschädigung der vom Telearbeitnehmer verwendeten Ausrüstung und Daten. Bei Ausfall oder Fehlfunktion von Arbeitsmitteln muss der Telearbeitnehmer das Unternehmen unverzüglich gemäß den vom Unternehmen festgelegten Bedingungen benachrich­tigen. Der Telearbeitnehmer kümmert sich um die ihm anvertraute Ausrüstung.

Die Sozialpartner auf nationaler Ebene hielten es für angebracht, die von den Sozialpartnern im Jahr 2006 geschlossene Vereinbarung über Telearbeit zu modernisieren, um sie an die Herausforderungen der Digitalisierung anzupassen und sowohl regelmäßige als auch gelegentliche Telearbeit zu regeln.

Die am 20. Oktober 2020 unterzeichnete neue Vereinbarung wurde durch großherzogliche Verordnung vom 22. Januar 2021 als allgemeinverbindlich erklärt. Sie trat am 2. Februar 2021 in Kraft.

Welche steuerlichen Konsequenzen ergeben sich für mich als Grenzgänger?

Nach den internationalen Abkommen gegen die Doppelbesteuerung, wird das Einkommen in dem Staat besteuert, in dem der Beruf ausgeübt wird. Die Besteuerung wird in Luxemburg zu 100% beibehalten, wenn die folgenden Schwellenwerte nicht überschritten werden:

  • Belgien: maximal 24 Arbeitstage pro Jahr außerhalb Luxemburgs, seit dem Steuerjahr 2015; diese Zahl wird ab 2022 auf 34 Tage erhöht;
  • Frankreich: maximal 29 Arbeitstage pro Jahr außerhalb Luxemburgs, ab dem Steuerjahr 2020;
  • Deutschland: maximal 19 Arbeitstage pro Jahr außerhalb Luxemburgs, seit dem Steuerjahr 2011.

Achtung: Wenn diese Schwellenwerte überschritten werden (zuzüglich der Tage der Telearbeit und der Arbeit in einem anderen Land als Luxemburg), ist das Gehalt im Verhältnis zu allen außerhalb Luxemburgs geleisteten Arbeitstagen im Wohnsitzland des Arbeitnehmers zu versteuern.

Es wurden Vereinbarungen getroffen, damit die Telearbeit eines Grenzgängers im Rahmen der Bekämpfung der Ausbreitung von COVID-19 keine steuerlichen Auswirkungen hat:

  • Belgischer Grenzgänger: bis zum 31. Dezember 2021.
  • Französischer Grenzgänger: bis zum 31. Dezember 2021.
  • Deutscher Grenzgänger: bis zum 31. Dezember 2021.

So werden die Tage, an denen Grenzgänger wegen der Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie von zu Hause aus arbeiten müssen, nicht als Arbeitstage im Wohnsitzstaat des Grenzgängers berücksichtigt.

Welche Auswirkungen hat das auf die Sozialversicherung, wenn ich Grenzgänger bin?

Personen, die außerhalb Luxemburgs wohnen, bleiben dem luxemburgischen Sozialversicherungssystem angeschlossen, sofern sie nicht mehr als 25% in ihrem Wohnland arbeiten (ca 1,5 Tage pro Woche, berechnet über 12 Monate).

Auf europäischer Ebene wurde vereinbart, von dem aufgrund dieser Pandemie geltenden Schwellenwert von 25% bis zum 31. Dezember 2021 abzuweichen.