Kann der Arbeitnehmer Telearbeit beantragen?

Ja, aber der Arbeitgeber hat keine legale Verpflichtung diesem Antrag stattzugeben.

(letzte Aktualisierung am 14.03.2022)

Welche Regeln sind zu beachten?

Die Einführung von Telearbeit zu Hause muss zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber vereinbart werden. Die Personalvertreter müssen konsultiert werden, beziehungsweise sie müssen in Unternehmen mit 150 oder mehr Arbeitnehmern ihre Zustimmung geben.

Der Arbeitgeber stellt die für die Telearbeit erforderlichen Geräte zur Verfügung, richtet sie ein und wartet sie. Wenn der Telearbeiter ausnahmsweise seine eigene Arbeitsmittel verwendet, sorgt der Arbeitgeber für deren Anpassung und Wartung.

Der Arbeitgeber trägt in jedem Fall die unmittelbar durch diese Arbeit verursachten Kosten, insbesondere die Kosten im Zusammenhang mit der Kommunikation.

Der Arbeitgeber stellt dem Telearbeiter einen angemessenen technischen Unterstützungsdienst zur Verfügung.

Der Arbeitgeber übernimmt die Verantwortung für die Kosten, die durch den Verlust oder die Beschädigung der vom Telearbeiter genutzten Geräte und Daten entstehen. Im Falle eines Ausfalls oder einer Fehlfunktion der Arbeitsmittel muss der Telearbeiter das Unternehmen unverzüglich gemäß den von diesem festgelegten Modalitäten benachrichtigen. Der Telearbeiter geht mit den ihm anvertrauten Geräten sorgsam um.

(letzte Aktualisierung am 14.03.2022)

Welche steuerlichen Konsequenzen ergeben sich für mich als Grenzgänger?

Nach den internationalen Abkommen gegen die Doppelbesteuerung, wird das Einkommen in dem Staat besteuert, in dem der Beruf ausgeübt wird. Die Besteuerung wird in Luxemburg zu 100% beibehalten, wenn die folgenden Schwellenwerte nicht überschritten werden:

  • Belgien: maximal 24 Arbeitstage pro Jahr außerhalb Luxemburgs, seit dem Steuerjahr 2015; diese Zahl wird ab 2022 auf 34 Tage erhöht;
  • Frankreich: maximal 29 Arbeitstage pro Jahr außerhalb Luxemburgs, ab dem Steuerjahr 2020;
  • Deutschland: maximal 19 Arbeitstage pro Jahr außerhalb Luxemburgs, seit dem Steuerjahr 2011.

Achtung: Wenn diese Schwellenwerte überschritten werden (zuzüglich der Tage der Telearbeit und der Arbeit in einem anderen Land als Luxemburg), ist das Gehalt im Verhältnis zu allen außerhalb Luxemburgs geleisteten Arbeitstagen im Tätigkeitsland zu versteuern.

Es wurden Vereinbarungen getroffen, damit die Telearbeit eines Grenzgängers im Rahmen der Bekämpfung der Ausbreitung von COVID-19 keine steuerlichen Auswirkungen hat:

  • Belgischer Grenzgänger: bis zum 30. Juni 2022;
  • Französischer Grenzgänger: bis zum 30. Juni 2022;
  • Deutscher Grenzgänger: bis zum 30. Juni 2022.

Derzeit laufen Gespräche mit den Nachbarländern, um diese Regelung über den 30. Juni hinaus zu verlängern.

So werden die Tage, an denen Grenzgänger wegen der Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie von zu Hause aus arbeiten müssen, nicht als Arbeitstage im Wohnsitzstaat des Grenzgängers berücksichtigt.

(letzte Aktualisierung am 22.06.2022)

Welche Auswirkungen hat das auf die Sozialversicherung, wenn ich Grenzgänger bin?

Personen, die außerhalb Luxemburgs wohnen, bleiben dem luxemburgischen Sozialversicherungssystem angeschlossen, sofern sie nicht mehr als 25% in ihrem Wohnland arbeiten (ca 1,5 Tage pro Woche, berechnet über 12 Monate).

Auf europäischer Ebene wurde vereinbart, von dem aufgrund dieser Pandemie geltenden Schwellenwert von 25% bis zum 30. Juni 2022 abzuweichen.

Die Mitglieder der Verwaltungskommission für die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit der Europäischen Union haben die Einführung einer sechsmonatigen Übergangszeit beschlossen, die am 1. Juli 2022 beginnt und am 31. Dezember 2022 endet. Während dieser Übergangszeit wird eine administrative Toleranz angewandt, die es Grenzgängern ermöglicht, die Arbeit in Form von Telearbeit weiterhin von ihrem Wohnort aus zu erledigen, ohne befürchten zu müssen, dass sie bei Überschreitung der in den EU-Rechtsvorschriften vorgesehenen 25%-Schwelle ihre Sozialversicherungszugehörigkeit wechseln müssen.

Achtung: Diese Bestimmung gilt nur für den Bereich der Sozialversicherung. Abkommen im Bereich der Besteuerung fallen in die Zuständigkeit des Finanzministeriums.

(letzte Aktualisierung am 05.07.2022)