Was ist der Unterschied zwischen einem Praktikum und der Beschäftigung von Schülern oder Studenten?

Das Praktikum hat eine andere Ausrichtung als die Beschäftigung von Schülern oder Studenten, es soll informieren, orientieren und ausbilden. Es hat somit in erster Linie einen Bildungszweck. Je nach Dauer, wird ein Praktikum entlohnt oder nicht entlohnt.

Im Rahmen einer Beschäftigung dagegen, stellt der Schüler oder Student einem Arbeitgeber seine Dienste entgeltlich zur Verfügung, und dies entweder während der Schulferien (Beschäftigungsvertrag für Schüler /Studierende) oder außerhalb der Schulferien (befristeter Vertrag). In diesem Rahmen, darf der Arbeitgeber einen Schüler oder Studenten einstellen, um Mitarbeiter im Urlaub zu ersetzen oder um eine höhere Arbeitslast zu bewältigen.

Einem Schüler oder Studenten der ein Praktikum absolviert, dürfen dagegen keine Aufgaben zugeteilt werden, die eine Leistung erfordern, die mit der eines normalen Arbeitnehmers vergleichbar ist. Laut Arbeitsgesetzbuch, dürfen Praktika nicht dazu dienen, eine dauerhafte Stelle zu besetzen, einen vorübergehend abwesenden Arbeitnehmer zu ersetzen oder ein zeitweilig höheres Arbeitsaufkommen zu bewältigen.

Ein weiteres Merkmal des Praktikums besteht darin, dass dem Praktikanten ein Tutor zur Seite gestellt wird, der ihn während der Dauer seines Praktikums begleitet, unterstützt und berät.

Gibt es verschiedene Arten von Praktika?

Ja, das Gesetz vom 4. Juni 2020 zur Änderung des Arbeitsgesetzbuches im Hinblick auf die Einführung einer Praktikumsregelung für Schüler und Studenten unterscheidet zwei Arten von Praktika:

  • Pflichtpraktika, die Teil eines Lehrplans sind
  • Freiwillige Praktika zum Erwerb von beruflicher Erfahrung

Es gibt daneben noch andere Arten von Praktika, die nicht in den Geltungsbereich dieses Gesetzes fallen und die besonderen gesetzlichen Bestimmungen unterliegen.

Pflichtpraktika, die integraler Bestandteil eines Lehrplans sind

Um welche Praktika handelt es sich genau?

Es handelt sich um Pflichtpraktika, die im Rahmen eines Lehrplans einer luxemburgischen oder ausländischen Bildungseinrichtung vorgesehen sind, z.B. im Rahmen eines Bachelorstudiums oder eines Masterstudiums.

Welche Praktika sind nicht von den nachfolgenden Bestimmungen betroffen?

Die folgenden Praktika sind Ausnahmen und unterliegen anderen gesetzlichen Bestimmungen:

  • im Rahmen der Berufsausbildung durchgeführte Praktika (DAP, Techniker, BTS in der grenzüberschreitenden Lehrlingsausbildung)
  • Praktika zur schulischen oder beruflichen Orientierung (« Schnupperstagen »);
  • Pflichtpraktika im Rahmen einer Ausbildung, die zur Ausübung eines durch gesetzliche Bestimmungen und Vorschriften geregelten Berufs berechtigt (z.B. Arzt, Rechtsanwalt oder Lehrer).

Die nachfolgend beschriebenen Bestimmungen gelten daher nicht für diese Praktika und die Anwendung der besonderen gesetzlichen Bestimmungen in Bezug auf Praktika und die Lehrlingsausbildung bleibt unberührt.

Wo kann man ein Praktikum absolvieren?

Ein Praktikum kann in einem Unternehmen, einer Vereinigung, einer öffentlichen oder einer staatlich konventionierten Einrichtung absolviert werden.

Wie viele Praktikanten darf ein Unternehmen gleichzeitig beschäftigen?

Für diese Art von Praktika gibt es keine Einschränkung.

Wer übernimmt die Rolle des „Patron de stage“ im Unternehmen?

Der „Patron de stage“ kann der Leiter des Unternehmens oder sein Delegierter sein. Er kann die Aufgaben im Zusammenhang mit im Unternehmen durchgeführten Praktika an eine andere Vertrauensperson delegieren, insbesondere an den Personalchef oder den Weiterbildungsverantwortlichen.

Muss der Praktikant von einem Tutor beaufsichtigt werden?

Ja, jedem Praktikanten muss ein Tutor zugeteilt werden, der dafür verantwortlich ist, ihn so gut wie möglich ins Unternehmen zu integrieren, seine regelmäßige Betreuung zu gewährleisten, seine Fragen zu beantworten, ihn zu beraten und anzuleiten.

Bei Praktika mit einer Mindestdauer von 4 Wochen, muss der Tutor am Ende des Praktikums eine kritische und ausführliche Beurteilung abgeben.

Welche Bedingungen muss das Praktikum erfüllen?

Das Praktikum muss einen Informations-, Orientierungs- und Ausbildungscharakter haben.

Einem Praktikanten dürfen keine Aufgaben zugeteilt werden, die eine Leistung erfordern, die mit der eines normalen Arbeitnehmers vergleichbar ist. Das Praktikum darf weder dazu dienen, eine dauerhafte Stelle oder einen vorübergehend abwesenden Mitarbeiter zu ersetzen, noch dazu, ein zeitweilig höheres Arbeitsaufkommens zu bewältigen.

Jedem Praktikanten muss ein Tutor zugeteilt werden.

Ist es notwendig, eine Praktikumsvereinbarung zu unterzeichnen?

Ja, eine Praktikumsvereinbarung muss vom Praktikanten (oder seinem gesetzlichen Vertreter, falls er minderjährig ist), sowie vom Arbeitgeber (Patron de stage) und gegebenenfalls von der Bildungseinrichtung unterzeichnet werden.

Im Allgemeinen sieht die Bildungseinrichtung für Praktika, die im Rahmen ihrer Studienprogramme stattfinden, eine Praktikumsvereinbarung vor.

Welche Angaben muss eine Praktikumsvereinbarung zwingend enthalten?

Die Praktikumsvereinbarung muss folgende Angaben enthalten :

  • die dem Praktikanten zugeteilten Aufgaben;
  • Anfangs- und Enddatum des Praktikums sowie die wöchentliche Höchstarbeitszeit des Praktikanten;
  • die Bedingungen für die Genehmigung der Erlaubnis sich vom Arbeitsplatz zu entfernen, insbesondere um sich bei einem potenziellen Arbeitgeber vorzustellen;
  • ggf. die Vergütung des Praktikanten;
  • die Ernennung eines Tutors;
  • etwaige Leistungen, die dem Praktikanten zustehen (Sachleistungen wie Verpflegung, Unterkunft oder Kostenerstattung);
  • der Sozialversicherungsschutz des Praktikanten, insbesondere in Bezug auf die Unfallversicherung;
  • die Modalitäten der einseitigen oder einvernehmlichen Beendigung der Praktikumsvereinbarung vor dem Ende des Praktikums.

Was ist die maximale Dauer eines Praktikums?

Für diese Art von Praktika gibt es keine Einschränkungen.

Hat der Praktikant Anspruch auf eine Vergütung?

Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, dem Praktikanten eine Vergütung zu zahlen, wenn die Gesamtdauer des Praktikums weniger als 4 Wochen beträgt.

Ab einer Dauer von 4 Wochen, muss die Vergütung mindestens 30% des sozialen Mindestlohns für nicht qualifizierte Arbeitnehmer betragen (siehe Sozialparameter).

Es steht dem Arbeitgeber selbstverständlich frei, eine höhere Vergütung zu zahlen, als die gesetzlich vorgeschriebene Mindestvergütung, falls er dies wünscht.

Dauer des Praktikums Monatliche Mindestvergütung Betrag (Index 834,76)
Weniger als 4 Wochen Nicht zwingend vorgeschrieben Nicht festgelegt
4 Wochen oder länger 30% des unqualifizierten Mindestlohns, außer die Bildungseinrichtung verbietet die Vergütung des Praktikums 642,60 €

Was tun, wenn die Bildungseinrichtung die Vergütung des Praktikums verbietet?

Wenn die Bildungseinrichtung ausdrücklich jegliche Vergütung des Praktikums verbietet und die Einhaltung dieses Verbots eine Bedingung für die Anerkennung des Praktikums ist, kann ausnahmsweise vom Grundsatz der Entschädigung abgewichen werden.

Sofern die von der Bildungseinrichtung erstellte Praktikumsvereinbarung eine Klausel enthält, die eine Vergütung verbietet, muss der Praktikant die Praktikumsvereinbarung vor Beginn des Praktikums beim Arbeitsminister einreichen, damit dieser die Einhaltung der gesetzlich festgelegten Bedingungen bescheinigen kann.

Aufgrund von dieser Bescheinigung wird der Arbeitgeber von der Vergütungspflicht befreit.

Muss der Praktikant Steuern zahlen?

Auf Antrag des Arbeitgebers und unter bestimmten Bedingungen, kann der Lohn eines Praktikanten vollständig von der Steuer befreit werden.

In diesem Fall, ist der Praktikant davon befreit, dem Arbeitgeber eine Lohnsteuerkarte aushändigen.

Der Antrag auf Steuerbefreiung sollte folgende Informationen enthalten:

  • den Namen, die nationale Identifikationsnummer (oder andernfalls das Geburtsdatum), die Adresse des Praktikanten,
  • Anfangs- und Enddatum des Vertrags,
  • die monatliche oder tägliche Vergütung,
  • eine Studienbescheinigung.
  • ein Bestätigungsschreiben der Fakultät/Universität/Schule über die Notwendigkeit des Praktikums, wenn es Teil eines Lehrplans ist.

Der Antrag auf Steuerbefreiung wird nur genehmigt, wenn der Lohn ohne Steuern und Sozialversicherungsbeiträge 14 Euro pro Arbeitsstunde nicht übersteigt.

Muss der Praktikant sozialversichert sein?

Die Beschäftigung eines Praktikanten unterliegt der allgemeinen Unfallversicherung, sofern er nicht anderweitig versichert ist (z.B. im Rahmen der Sonderregelungen für die Unfallversicherung nach Artikel 91 des Sozialversicherungsgesetzbuches).

Folgende Praktikanten müssen nicht bei der Unfallversicherung angemeldet werden:

  • Schüler und Studenten, die ein Praktikum absolvieren, das von einer luxemburgischen Bildungseinrichtung vorgeschrieben wird (durch die Schulunfallversicherung gedeckt);
  • Schüler und Studenten, die ihren Wohnsitz in Luxemburg haben und ein Praktikum absolvieren, das von einer im Ausland ansässigen Bildungseinrichtung vorgeschrieben wird (durch die Schulunfallversicherung gedeckt);
  • Studenten mit Wohnsitz im Ausland, die in Luxemburg ein Praktikum absolvieren, das von einer im Ausland ansässigen Bildungseinrichtung vorgeschrieben wird, und die in ihrem Wohnsitzland gegen das Risiko eines Arbeitsunfalls versichert sind.

Folgende Praktikanten müssen bei der Unfallversicherung und den anderen Sozialversicherungsträgern angemeldet werden:

  • Studenten mit Wohnsitz im Ausland, die ein Praktikum in Luxemburg absolvieren und die in ihrem Wohnsitzland nicht gegen das Risiko von Arbeitsunfällen versichert sind, sind wie normale Arbeitnehmer zu behandeln und müssen gegen alle sozialen Risiken versichert werden.

Wenn das Praktikum jedoch nicht länger als drei Monate pro Kalenderjahr dauert, wird der Praktikant nur gegen das Unfallrisiko versichert. Die maximale Dauer von drei Monaten gilt auch im Falle mehrerer Praktikumsverträge.

Weitere Informationen

Welche anderen gesetzlichen Bestimmungen schützen den Praktikanten?

Die Bestimmungen des Arbeitsgesetzbuches bezüglich der Arbeitszeit, der wöchentlichen Ruhezeit, des bezahlten Jahresurlaubs, der gesetzlichen Feiertage, der sexuellen Belästigung, sowie der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz gelten auch für Auszubildende.

Außerdem gelten die Bestimmungen bezüglich der Beschäftigung von jungen Arbeitnehmern.

Kann ein Praktikum in Teilzeit absolviert werden?

Ja, es ist möglich, ein Praktikum auf Teilzeitbasis zu absolvieren, so dass man daneben z.B. Examen vorbereiten, einen kranken Elternteil oder ein kleines Kind betreuen kann.

Wenn der Praktikant und der Arbeitgeber eine Praktikumsvereinbarung auf Teilzeitbasis abschließen, wird die Höchstdauer des Praktikums in Stunden berechnet und die Vergütung für die geleisteten Arbeitsstunden nach dem stündlichen sozialen Mindestlohn berechnet.

Ist der Arbeitgeber verpflichtet, ein Praktikumregister zu führen?

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, ein Praktikumregister zu führen. Dieses Register muss dem Personaldelegation jederzeit zur Verfügung stehen damit er Einsicht nehmen kann und es muss der Gewerbeaufsicht (ITM) auf Anfrage zugänglich gemacht werden.

Wer ist zuständig für die Überwachung der Praktika?

Die Gewerbeaufsicht (ITM) überprüft die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen des Arbeitsgesetzes in Bezug auf Praktika.

Welches Gericht ist im Falle von Streitigkeiten zuständig?

Im Falle von Streitigkeiten im Zusammenhang mit Praktikumsvereinbarungen sind die Arbeitsgerichte zuständig.

Freiwillige Praktika zum Erwerb von beruflicher Erfahrung

Um welche Art von Praktikum handelt es sich?

Es handelt sich um ein nicht obligatorisches Praktikum, das von einem Schüler oder Studenten freiwillig während oder direkt nach dem Studium durchgeführt wird, um erste Arbeitserfahrungen zu sammeln oder sich bei der Wahl des Studiums oder weiterführender Studien besser orientieren zu können.

Die nachfolgend beschriebenen Bestimmungen berühren nicht die Anwendung der besonderen gesetzlichen Bestimmungen in Bezug auf Praktika und die Lehrlingsausbildung.

Wer kann ein freiwilliges Praktikum absolvieren?

Schüler oder Studenten, die in einer luxemburgischen oder ausländischen Bildungseinrichtung eingeschrieben sind und regelmäßig einen Bildungszyklus besuchen, dürfen ein freiwilliges Praktikum absolvieren.

Personen, die nicht, oder nicht mehr, in einer Bildungseinrichtung eingeschrieben sind, kommen grundsätzlich nicht für diese Art von Praktikum in Frage. Es gibt jedoch Ausnahmen:

  • Nach dem Erwerb eines luxemburgischen Sekundarschulabschlusses oder eines gleichwertigen Abschlusses, dürfen Personen, die nicht mehr in einer Bildungseinrichtung eingeschrieben sind, ein freiwilliges Praktikum absolvieren, vorausgesetzt, das gesamte Praktikum findet innerhalb der 12 Monate nach der letzten Schuleinschreibung, die zur Verleihung des oben genannten Diploms geführt hat, statt;
  • Nach dem erfolgreichen Abschluss eines ersten Hochschul- oder Universitätsstudiengangs (Bachelor oder BTS), dürfen Personen, die nicht mehr in einer Bildungseinrichtung eingeschrieben sind, ein freiwilliges Praktikum absolvieren, vorausgesetzt, das gesamte Praktikum findet innerhalb der 12 Monate nach der letzten Immatrikulation, die zur Verleihung des oben genannten Diploms geführt hat, statt;

Mit anderen Worten: Inhaber eines Sekundarschulabschlusses, eines BTS- oder Bachelor-Abschlusses, die ihre Ausbildung oder ihr Studium abgeschlossen haben, haben unmittelbar nach der letzten Einschreibung ein Jahr Zeit, um ein freiwilliges Praktikum zu absolvieren.

Wo kann man ein solches Praktikum absolvieren?

Ein Praktikum kann in einem Unternehmen, einer Vereinigung, einer öffentlichen oder einer staatlich konventionierten Einrichtung absolviert werden.

Wie viele Praktikanten darf ein Unternehmen gleichzeitig beschäftigen?

Die Anzahl der gleichzeitig stattfindenden freiwilligen Praktika darf nicht höher sein als 10% der Belegschaft des Unternehmens.

Unternehmen die weniger als 10 Mitarbeiter beschäftigen, dürfen einen Praktikanten beschäftigen.

Diese Einschränkungen gelten jedoch nicht für den Zeitraum vom 1. Juli bis einschließlich 30. September.

Wer übernimmt die Rolle des „Patron de stage“ im Unternehmen?

Der „Patron de stage“ kann der Leiter des Unternehmens oder sein Delegierter sein. Er kann die Aufgaben im Zusammenhang mit im Unternehmen durchgeführten Praktika an eine andere Vertrauensperson delegieren, insbesondere an den Personalchef oder den Weiterbildungsverantwortlichen.

Muss der Praktikant von einem Tutor beaufsichtigt werden?

Ja, jedem Praktikanten muss ein Tutor zugeteilt werden, der dafür verantwortlich ist, ihn so gut wie möglich ins Unternehmen zu integrieren, seine regelmäßige Betreuung zu gewährleisten, seine Fragen zu beantworten, ihn zu beraten und anzuleiten.

Bei Praktika mit einer Mindestdauer von 4 Wochen, muss der Tutor am Ende des Praktikums eine kritische und ausführliche Beurteilung abgeben.

Welche Bedingungen muss das Praktikum erfüllen?

Das Praktikum muss einen Informations-, Orientierungs- und Ausbildungscharakter haben.

Einem Praktikanten dürfen keine Aufgaben zugeteilt werden, die eine Leistung erfordern, die mit der eines normalen Arbeitnehmers vergleichbar ist. Das Praktikum darf weder dazu dienen, eine dauerhafte Stelle oder einen vorübergehend abwesenden Mitarbeiter zu ersetzen, noch dazu, ein zeitweilig höheres Arbeitsaufkommen zu bewältigen.

Jedem Praktikanten muss ein Tutor zugeteilt werden.

Ist es notwendig, eine Praktikumsvereinbarung zu unterzeichnen?

Ja, eine Praktikumsvereinbarung muss vom Praktikanten (oder seinem gesetzlichen Vertreter, falls er minderjährig ist) sowie vom Arbeitgeber (Patron de stage) unterzeichnet werden.

Welche Angaben muss eine Praktikumsvereinbarung zwingend enthalten?

Die Praktikumsvereinbarung muss folgende Angaben enthalten:

  • die dem Praktikanten zugeteilten Aufgaben;
  • Anfangs- und Enddatum des Praktikums sowie die wöchentliche Höchstarbeitszeit des Praktikanten;
  • die Bedingungen für die Genehmigung der Erlaubnis sich vom Arbeitsplatz zu entfernen, insbesondere um sich bei einem potenziellen Arbeitgeber vorzustellen;
  • die Vergütung des Praktikanten;
  • die Ernennung eines Tutors;
  • etwaige Leistungen, die dem Praktikanten zustehen (Sachleistungen wie Verpflegung, Unterkunft oder Kostenerstattung);
  • der Sozialversicherungsschutz des Praktikanten, insbesondere in Bezug auf die Unfallversicherung;
  • die Modalitäten der einseitigen oder einvernehmlichen Beendigung der Praktikumsvereinbarung vor dem Ende des Praktikums.

Wie lange darf ein Praktikum höchstens dauern?

Die Dauer eines freiwilligen Praktikums ist auf 6 Monate während eines Bezugszeitraums von 24 Monaten beim selben Arbeitgeber begrenzt.

Hat der Praktikant Anspruch auf eine Vergütung?

Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, dem Praktikanten eine Vergütung zu zahlen, wenn die Gesamtdauer des Praktikums weniger als 4 Wochen beträgt.

Ab einer Dauer von 4 bis einschließlich 12 Wochen, muss die Vergütung 40% des sozialen Mindestlohns für nicht qualifizierte Arbeitnehmer betragen (siehe Sozialparameter).

Wenn das Praktikum länger als 12 Wochen und bis zu einschließlich 26 Wochen dauert, muss die Vergütung 75% des sozialen Mindestlohns für nicht qualifizierte Arbeitnehmer betragen (siehe Sozialparameter).

Wenn der Praktikant den ersten Zyklus eines Hochschul- oder Universitätsstudiums erfolgreich abgeschlossen hat, d.h. wenn er bereits über einen BTS- oder Bachelor-Abschluss verfügt, wird die ihm zustehende Vergütung auf der Grundlage des qualifizierten Mindestlohns berechnet.

Es steht dem Arbeitgeber selbstverständlich frei, eine höhere Vergütung zu zahlen als die gesetzlich vorgeschriebene Mindestvergütung, falls er dies wünscht.

Dauer des Praktikums Praktikant, der den 1. Zyklus eines Hochschul- oder Universitätsstudiums noch nicht abgeschlossen hat Praktikant, der den 1. Zyklus eines Hochschul- oder Universitätsstudiums erfolgreich abgeschlossen hat
Weniger als 4 Wochen Nicht zwingend vorgeschrieben Nicht zwingend vorgeschrieben
4 bis einschließlich 12 Wochen 40% des Mindestlohns für unqualifizierte Arbeitnehmer 40% des Mindestlohns für qualifizierte Arbeitnehmer
Länger als 12 Wochen bis einschließlich 26 Wochen 75% des Mindestlohns für unqualifizierte Arbeitnehmer  75% des Mindestlohns für qualifizierte Arbeitnehmer

Muss der Praktikant Steuern zahlen?

Auf Antrag des Arbeitgebers und unter bestimmten Bedingungen, kann der Lohn eines Praktikanten vollständig von der Steuer befreit werden.

In diesem Fall, ist der Praktikant davon befreit, dem Arbeitgeber eine Lohnsteuerkarte aushändigen.

Der Antrag sollte folgende Informationen enthalten:

  • den Namen, die nationale Identifikationsnummer (oder andernfalls das Geburtsdatum), die Adresse des Praktikanten,
  • Anfangs- und Enddatum des Vertrags,
  • die monatliche oder tägliche Vergütung,
  • eine Studienbescheinigung, falls es sich um einen Studenten oder Schüler handelt.

Der Antrag auf Steuerbefreiung wird nur genehmigt, wenn der Lohn ohne Steuern und Sozialversicherungsbeiträge 14 Euro pro Arbeitsstunde nicht übersteigt.

Muss der Praktikant sozialversichert sein?

Praktikanten, die auf freiwilliger Basis ein bezahltes oder unbezahltes Praktikum absolvieren, müssen gegen alle sozialen Risiken versichert werden.

Wenn das Praktikum jedoch nicht länger als drei Monate pro Kalenderjahr dauert, muss der Praktikant lediglich unfallversichert sein. Die maximale Dauer von drei Monaten gilt auch im Falle mehrerer Praktikumsverträge.

Weitere Informationen

Welche anderen gesetzlichen Bestimmungen schützen den Praktikanten?

Die Bestimmungen des Arbeitsgesetzbuches bezüglich der Arbeitszeit, der wöchentlichen Ruhezeit, des bezahlten Jahresurlaubs, der gesetzlichen Feiertage, der sexuellen Belästigung, sowie der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz gelten auch für Auszubildende.

Außerdem gelten die Bestimmungen bezüglich der Beschäftigung von jungen Arbeitnehmern.

Kann ein Praktikum auf Teilzeitbasis absolviert werden?

Ja, es ist möglich, ein Praktikum auf Teilzeitbasis zu absolvieren, so dass man daneben z.B. Examen vorbereiten, einen kranken Elternteil oder ein kleines Kind betreuen kann.

Wenn der Praktikant und der Arbeitgeber eine Praktikumsvereinbarung auf Teilzeitbasis abschließen, wird die Höchstdauer des Praktikums in Stunden berechnet und die Vergütung für die geleisteten Arbeitsstunden nach dem stündlichen sozialen Mindestlohn berechnet.

Ist der Arbeitgeber verpflichtet, ein Praktikumregister zu führen?

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, ein Praktikumregister zu führen. Dieses Register muss dem Personaldelegation jederzeit zur Verfügung stehen damit er Einsicht nehmen kann und es muss der Gewerbeaufsicht (ITM) auf Anfrage zugänglich gemacht werden.

Wer ist zuständig für die Überwachung der Praktika?

Die Gewerbeaufsicht (ITM) überprüft die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen des Arbeitsgesetzes in Bezug auf Praktika.

Welches Gericht ist im Falle von Streitigkeiten zuständig?

Im Falle von Streitigkeiten im Zusammenhang mit Praktikumsvereinbarungen sind die Arbeitsgerichte zuständig.

Veröffentlichung der CSL

Socionews N° 6-2020

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