Page d'accueil

Das Arbeitslosengeld

Wer erhält beim Verlust seines Arbeitsplatzes Arbeitslosengeld?

Arbeitnehmer, die ihre Arbeit unfreiwillig verlieren, werden von der Agentur für Arbeit (ADEM) als Arbeitslose
mit Anspruch auf Arbeitslosengeld betreut.

Mit anderen Worten können Arbeitnehmer, die ihre Stelle selbst gekündigt haben, kein Arbeitslosengeld beantragen.
Dasselbe gilt für Arbeitnehmer, die ihr Arbeitsverhältnis im gegenseitigen
Einvernehmen mit dem Arbeitgeber beendet haben.

Außerdem wird bei Kündigungen wegen grober Pflichtverletzung keine Arbeitslosengeld gezahlt.

Ein Arbeitnehmer, der auf diese Weise gekündigt wurde, kann jedoch mit einer Sondergenehmigung des Präsidenten
des Arbeitsgerichts einstweilig Arbeitslosengeld beziehen, wenn er auf rechtsmissbräuchliche Kündigung
gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber klagt.

ACHTUNG : Befindet das Arbeitsgericht die Kündigung für rechtmäßig, muss der Arbeitnehmer das bezogene
Arbeitslosengeld vollständig zurückzahlen. Im anderen Fall muss der Arbeitgeber dem Staat die Leistungen
erstatten.

Base_legale Art. L. 521-3.
Base_legale Art. L. 521-4.
Jurisprudence InfosJuridiques N°10-2013
Jurisprudence InfosJuridiques N°2-2015

Unter welchen Voraussetzungen kann Arbeitslosengeld bezogen werden?

Der Arbeitnehmer muss folgende Voraussetzungen erfüllen, um Arbeitslosengeld beantragen zu können:

  • Er muss sich bei der Agentur für Arbeit (ADEM) arbeitssuchend melden.
  • Er muss seinen Wohnsitz im Großherzogtum Luxemburg haben, und zwar zum Zeitpunkt der
    Kündigung, wenn er unbefristet beschäftigt war, und mindestens 6 Monate vor Ablauf des Arbeitsvertrags,
    wenn er befristet beschäftigt war.

          Demnach muss sich eine Person, die in Luxemburg arbeitet, aber im Ausland wohnt, bei den zuständigen
          Behörden im Ausland arbeitslos melden.

  • Der Arbeitnehmer muss zwischen 16 und 64 Jahre alt sein.
  • Er muss für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, d. h. nicht krank sein und bereit sein, jede
    geeignete Beschäftigung anzunehmen.
  • Vor seiner Meldung als Arbeitsuchender muss er in den letzten 12 Monaten mindestens
    26 Wochen in Luxemburg beschäftigt gewesen sein, und zwar entweder:
    - als Vollzeitbeschäftigter oder
    - als Teilzeitbeschäftigter mit mindestens 16 Wochenstunden oder
    - bei mehreren Arbeitgebern; außerdem muss er in dem Fall einen oder mehrere Arbeitsplätze,
      die insgesamt mindestens 16 Stunden pro Woche ausgemacht haben, innerhalb von einem Monat
      verloren haben, und der ihm verbleibende Lohn muss unter 150 % des sozialen Mindestlohns
      liegen.

All diese Bedingungen müssen gleichzeitig erfüllt sein.

Base_legale Art. L. 521-1.
Base_legale Art. L. 521-3.
Base_legale Art. L. 521-6.
Base_legale Art. L. 521-7.
Jurisprudence InfosJuridiques N°4-2013

Wie lange erhält ein Arbeitsloser Unterstützung?

Die Dauer des Anspruchs auf Arbeitslosengeld entspricht der Arbeitsdauer in Monaten während der letzten
12 Monaten vor der Meldung als Arbeitsuchender.

Jeder Arbeitslose, der diese Bewilligungsbedingungen erfüllt, kann innerhalb von 24 Monaten maximal 365 Tage
lang Arbeitslosengeld erhalten.

In folgenden Fällen ist eine Verlängerung möglich:

Arbeitslose über 50 Jahre nach 30 Jahren Berufstätigkeit + 12 Monate
Arbeitslose über 50 Jahre nach 25 Jahren Berufstätigkeit + 9 Monate
Arbeitslose über 50 Jahre nach 20 Jahren Berufstätigkeit + 6 Monate

Schwer vermittelbare Arbeitslose

bis zu 182 Tagen Verlängerung mit
Genehmigung des Direktors der ADEM

 

Als schwer vermittelbar gelten Arbeitslose über 55 Jahre, Arbeitslose über 50 Jahre, die zu 15 % arbeitsunfähig sind, und Arbeitslose, die zu 30 % arbeitsunfähig sind.

Base_legale Art. L. 521-11.
Base_legale Art. L. 521-12.
Base_legale Art. L. 521-13.
Jurisprudence InfosJuridiques N°2-2015
Jurisprudence InfosJuridiques N°10-2012

Besteht nach dem Verlust einer Teilzeitbeschäftigung Anspruch auf Arbeitslosengeld?

Personen, die einen Teilzeitarbeitsplatz verlieren, können Arbeitslosengeld beziehen, wenn ihre wöchentliche
Arbeitszeit mindestens 16 Stunden betragen hat.

Verliert ein Arbeitnehmer, der bei verschiedenen Arbeitgebern beschäftigt ist, einen Arbeitsplatz, muss er zwei
Bedingungen erfüllen:

  • Die wöchentliche Arbeitszeit der Beschäftigung, die er verloren hat, hat mindestens 16 Stunden
    betragen.
  • Das ihm verbleibende monatliche Einkommen liegt unter 150 % des einfachen sozialen
    Mindestlohns (derzeit 3 072,81 €, Index: 814,40).
Base_legale Art. L. 521-1.

Hat ein Arbeitnehmer, der bei Ablauf der Kündigungsfrist krank ist, Anspruch auf Arbeitslosengeld

Ein Arbeitnehmer, der bei Ablauf der Kündigungsfrist krank gemeldet ist, hat keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld,
da er weiterhin Krankengeld in Höhe seines letzten Arbeitslohns erhält.

Erkrankt eine Person, wenn sie bereits arbeitslos ist, bezieht sie weiterhin Arbeitslosengeld.

Das Krankengeld ist auf den 5-fachen sozialen Mindestlohn (10 242,71 € brutto pro Monat beim Index von
814,40 beschränkt, während das Arbeitslosengeld maximal das 2,5-fache des sozialen Mindestlohns (5 121,35 €
brutto pro Monat beim Index 814,40) beträgt.

  • Ein Arbeitnehmer, der an seinem letzten Arbeitsplatz einen Monatslohn von 6 000 € bekam, erhält:
  • Krankengeld in Höhe von 6 000 € brutto, wenn er bei Ablauf der Kündigungsfrist krank ist;
    Arbeitslosengeld in Höhe von 5 121,35 € brutto, wenn er bei Ablauf der Kündigungsfrist nicht krank ist.

Wie hoch ist das Arbeitslosengeld?

Das Arbeitslosengeld entspricht grundsätzlich 80 % des letzten Bruttolohns des Arbeitnehmers.

Hat der Arbeitslose ein oder mehrere Kinder zu versorgen, erhöht sich der Satz auf 85 %.

Das Arbeitslosengeld liegt zwar grundsätzlich bei 80 % des letzten Bruttolohns, doch ist es gedeckelt, d. h. es
beträgt höchstens das 2,5-fache des sozialen Mindestlohns.

Das entspricht 5 121,35 € brutto pro Monat beim Index von 814,40.

Die Obergrenze wird niedriger, je länger das Arbeitslosengeld gezahlt wird. In diesem Zusammenhang spricht
man von einer degressiven Obergrenze:

  • nach 6 Monaten Arbeitslosigkeit senkt sich die Obergrenze auf 200 % des sozialen Mindestlohns
    und damit auf 4 097,08 € brutto pro Monat beim Index von 814,40.
  • nach 12 Monaten senkt sich die Obergrenze auf 150 % des sozialen Mindestlohns und damit auf
    3 072,81 € brutto pro Monat beim Index von 814,40.
Base_legale Art. L. 521-14.
Base_legale Art. L. 521-15.
Base_legale Art. L. 521-16.
Base_legale Art. L. 521-17.
Base_legale Art. L. 521-18.

Wird das Arbeitslosengeld gekürzt, wenn der Arbeitslose einen Verdienst durch einen Gelegenheitsjob hat?

Das Arbeitslosengeld kann zusätzlich zu einem beruflichen Einkommen bezogen werden.

Jedoch darf der Arbeitslose mit dieser Berufstätigkeit ein Einkommen von höchstens 10 % des maximalen Arbeitslosengeldes
erzielen.

Wird diese Grenze überschritten, so wird der Teil des Einkommens, der die Grenze von 10 % übersteigt,
vom Arbeitslosengeld abgezogen.

Base_legale Art. L. 521-18.

Wann endet das Arbeitslosengeld?

Das Arbeitslosengeld endet insbesondere in folgenden Fällen:

  • Die Unterstützungsfrist ist abgelaufen.
  • Die Altersgrenze von 65 Jahren wurde überschritten.
  • Die Person lehnt einen ihr angebotenen geeigneten Arbeitsplatz aus nicht gerechtfertigten Gründen
    ab.
  • Die Person weigert sich ohne Grund, Praktika oder Kurse zu absolvieren oder gemeinnützige
    Tätigkeiten zu verrichten, die ihr von der Agentur für Arbeit (ADEM) zugewiesen wurden.
  • Der Arbeitslose kommt seinen Pflichten laut individueller Aktivierungskonvention (Convention
    d’activation individualisée) nicht nach (Aussetzung des Arbeitslosengeldes für einen Zeitraum von
    5 Tagen bis 3 Monaten oder endgültiger Leistungsentzug auf Beschluss des Direktors der ADEM).
Base_legale Art. L. 521-12.
Sitemap