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DIE LOHNZUSCHLÄGE

In welchen Fällen muss ein Lohnzuschlag entrichtet werden?

Das luxemburgische Recht kennt mehrere Fälle, in denen der dem Arbeitnehmer zustehende Lohn in Abhängigkeit von seiner Arbeitsleistung um einen bestimmten Prozentsatz erhöht wird.

Ein Lohnzuschlag muss demnach entrichtet werden, wenn der Arbeitnehmer:

  • Überstunden leistet;
  • sonntags arbeitet;
  • nachts arbeitet;
  • an einem gesetzlichen Feiertag arbeitet.

In allen anderen Fällen verpflichtet das Arbeitsgesetzbuch die Arbeitgeber zu der über das System der gleitenden Lohnskala erfolgenden Anpassung der Löhne an die Entwicklung der Lebenshaltungskosten.

DIE ÜBERSTUNDEN

Was ist unter Überstunden zu verstehen?

Unter Überstundenarbeit ist jedwede Arbeit zu verstehen, die auf Anfrage oder mit Genehmigung des Arbeitgebers über die normale Tages- und Wochenarbeitszeit hinaus geleistet wird, die gesetzlich oder seitens der Parteien des Arbeitsvertrags (sofern diese geringer ist) festgesetzt wird.

Es dürfen höchstens 2 Überstunden pro Tag geleistet werden.

Die Arbeitszeit eines Arbeitnehmers darf einschließlich Überstunden in keinem Fall 10 Stunden pro Tag und 48 Stunden pro Woche übersteigen.

Diese Werte sind die absoluten Obergrenzen für die Arbeitszeit.

ACHTUNG: Streitet der Arbeitgeber die Leistung von Überstunden ab, muss der Arbeitnehmer vor Gericht nachweisen, dass die Überstunden mit Zustimmung oder im Auftrag des Arbeitgebers geleistet wurden. Indessen lässt die Anwesenheit des Arbeitgebers am Arbeitsort zu der Zeit, für die der Arbeitnehmer die Bezahlung von Überstunden fordert, auf das Einverständnis des Arbeitgebers mit der Leistung der Überstunden durch diesen Arbeitnehmer schließen.

Der Arbeitgeber kann ein System einführen, das aus seitens eines Vorgesetzten gegenzuzeichnenden Zetteln besteht, muss die Arbeitnehmer darüber jedoch in Kenntnis setzen. Die Tageszettel können somit als Nachweis für die seitens des Arbeitnehmers geleisteten Arbeitsstunden dienen.

Base_legale Art. L. 211-22.
Base_legale Art. L. 211-23.
Base_legale Art. L. 211-24.
Base_legale Art. L. 211-25.
Base_legale Art. L. 211-26.
Base_legale Art. L. 211-27.

Wie werden Überstunden vergolten?

Überstunden müssen grundsätzlich mit bezahlten Ruhezeiten abge­golten werden, wobei auf eine geleistete Überstunde anderthalb Stunden bezahlte Freizeit entfallen, die entweder genommen oder auf einem Arbeitszeitkonto gutgeschrieben werden. Die Modalitäten eines solchen Kontos können in einem Kollektivvertrag oder einer anderen, zwischen den Sozialpartnern auf angemessener Ebene getroffenen Vereinbarung geregelt werden.

Kann der Arbeitnehmer aus betriebsorganisatorischen Gründen die Ausgleichszeiten nicht zu den vorgenannten Bedingungen in Anspruch nehmen oder verlässt er das Unternehmen, bevor er die Ausgleichszeiten nehmen kann, hat er Anspruch auf Bezahlung seiner Überstunden in Höhe von 140 % seines üblichen Stundenlohns.

Diese 140 % sind steuer- und sozialabgabenfrei mit Ausnahme des Beitrags für Sachleistungen der Krankenversicherung und der Pflegeversicherungsabgabe, die auf 100 % des üblichen Stundenlohns abzuführen ist.

Der Stundenlohn wird berechnet, indem der Monatslohn pauschal durch 173 Stunden geteilt wird.

Die Überstundenregelung gilt nicht für leitende Angestellte, d.h. Arbeitnehmer, deren Gehalt unter Berücksichtigung der für die Tätigkeit erforderlichen Arbeitszeit deutlich über dem tariflichen Lohn von Privatangestellten oder einer vergleichbaren Orientierungsgröße liegt, sofern dieses Gehalt für die Bekleidung einer tatsächlichen Führungsposition gezahlt wird oder sich die Tätigkeit durch eine genau definierte Weisungsbefugnis, eine weitgehende Unabhängigkeit in der Arbeitsorganisation, eine weitgehend freie Zeiteinteilung und insbesondere keinerlei Beschränkungen der Arbeitszeiten auszeichnet.

Base_legale Art. L. 211-27.

DIE SONNTAGSARBEIT

Wie wird die Sonntagsarbeit vergütet?

Die Tatsache, dass ein Arbeitnehmer sonntags arbeiten muss, veranlasst zur Entrichtung seines üblichen Lohns und eines Zuschlags von 70 %. Gleichwohl können die am Sonntag geleisteten Arbeitsstunden auch durch Urlaub entschädigt werden.

In diesem Fall muss der Arbeitgeber lediglich den Zuschlag von 70% entrichten und der zu gewährende Urlaub entspricht:

  • einem halben Tag, sofern sich die Sonntagsarbeit nicht über maximal 4 Stunden erstreckte;
  • einem ganzen Tag, sofern der Arbeitnehmer sonntags mehr als 4 Stunden gearbeitet hat.

HINWEIS: Die Lohnzuschläge für Sonntagsarbeit sind unbeschränkt steuerfrei.

Base_legale Art. L. 231-7.

DIE NACHTARBEIT

Wie ist Nachtarbeit definiert?

Das Gesetz definiert Nachtarbeit als Arbeit, die zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr geleistet wird (außer für jugendliche Arbeitskräfte).

Base_legale Art. L. 211-14.

Welcher Zuschlag findet auf Nachtarbeit Anwendung?

Die den nachts arbeitenden Arbeitnehmern zu entrichtenden Lohnzuschläge sind vom Gesetz nicht kategorisch festgesetzt.

Lediglich im Rahmen der Rechtsvorschriften zu den Kollektivverträgen heißt es, dass sich der Nachtarbeitszuschlag auf mindestens 15% belaufen muss, wobei dieser Prozentsatz nicht allgemein gültig ist.

Die Lohnzulagen für Nachtarbeit sind ebenso wie die Lohnzulagen für Sonntagsarbeit unbeschränkt steuerfrei.

Base_legale Art. L. 162-12.

DIE ARBEIT AN EINEM GESETZLICHEN FEIERTAG

Was versteht man unter einem gesetzlichen Feiertag?

Es gibt elf gesetzliche Feiertage: Neujahr, Ostermontag, Erster Mai, Europatag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Nationalfeiertag, Mariä Himmelfahrt, Allerheiligen, erster und zweiter Weihnachtstag.

Base_legale Art. L. 232-2.

Welche Bestimmungen gelten für die Arbeit an einem gesetzlichen Feiertag?

Sofern ein Arbeitnehmer an einem gesetzlichen Feiertag arbeiten muss, hat er für jede geleistete Arbeitsstunde Anspruch auf seinen üblichen Lohn und einen Zuschlag von 100%.

Die Lohnzuschläge für Arbeit an einem gesetzlichen Feiertag sind unbeschränkt steuerfrei.

Base_legale Art. L. 232-7.
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