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DIE FEIERTAGSARBEIT

Welche Arbeitnehmer sind davon betroffen?

Die Vorschriften im Hinblick auf die Arbeit an gesetzlichen Feiertagen finden auf alle Arbeitnehmer des privaten Sektors Anwendung. Gleichwohl gelten Sondervorschriften für in Saisonbetrieben beschäftigte Arbeitnehmer, die in einer großherzoglichen Verordnung dargelegt sind.

Welche Tage gelten als gesetzliche Feiertage?

Der Ausdruck „gesetzliche Feiertage“ bezieht sich auf die gesetzlich festgesetzten staatlichen und kirchlichen Festtage.

Das Arbeitsgesetzbuch enthält eine Auflistung der gesetzlichen Feiertage und setzt darüber hinaus eine Reihe von Vorschriften fest, die auf Arbeitnehmer und Auszubildende anlässlich eines gesetzlichen Feiertags Anwendung finden.

Grundsätzlich sind diese durch die Gesetzgebung von der Arbeit an einem gesetzlichen Feiertag befreit. Somit werden die gesetzlichen Feiertage bei der Berechnung der wöchentlichen Arbeitszeit berücksichtigt und werden in gleicher Höhe entlohnt wie ein Arbeitstag.

Somit hat ein Arbeitnehmer für jeden auf einen Werktag fallenden gesetzlichen Feiertag Anspruch auf einen Lohn, der der Anzahl der von ihm am betreffenden Tag normalerweise geleisteten Arbeitsstunden entspricht. Selbiges gilt für Feiertage, die auf einen Sonntag fallen und durch einen Tag Freizeitausgleich ersetzt werden.

Einigen Arbeitnehmern wird jedoch ihr dem Feiertag entsprechender Lohn verweigert. Dabei handelt es sich um Arbeitnehmer, die:

  • durch ihr Verschulden am Tag vor oder nach dem betreffenden Feiertag nicht gearbeitet haben;
  • im Laufe der 25 Werktage vor dem Feiertag über einen Zeitraum von über 3 Tagen unentschuldigt nicht zur Arbeit erschienen sind, selbst wenn sie triftige Gründe für ihre Abwesenheit vorweisen können.

Es gibt insgesamt zehn gesetzliche Feiertage in Luxemburg:

  • Neujahr (1. Januar);
  • Ostermontag;
  • Erster Mai;
  • Christi Himmelfahrt;
  • Pfingstmontag;
  • offizielle Geburtstagsfeier des Großherzogs (23. Juni);
  • Mariä Himmelfahrt (15. August);
  • Allerheiligen (1. November);
  • erster Weihnachtstag (25. Dezember) und
  • zweiter Weihnachtstag (26. Dezember).

Neben den gesetzlichen Feiertagen gibt es in der Praxis weitere lokale oder traditionelle Feste, wie den Karnevalsmontag, den 2. November oder den Kirmesmontag in der Stadt Luxemburg.

Diese Tage stellen für die Arbeitnehmer nicht automatisch freie Tage dar, weshalb sie grundsätzlich an ihrem Arbeitsplatz erscheinen müssen. Dem Arbeitgeber ist es jedoch freigestellt, seinem Personal diese Feiertage zusätzlich zu den gesetzlichen Feiertagen zu gewähren. Darüber hinaus können diese Feiertage den Arbeitnehmern auch im Rahmen der Kollektivverträge zugestanden werden.

Base_legale Art. L. 232-2.
Base_legale Art. L. 232-1.
Plus_d_informations Art. L. 232-4.

Was geschieht, wenn ein gesetzlicher Feiertag auf einen Sonntag fällt?

Fällt ein gesetzlicher Feiertag auf einen Sonntag, so steht den Arbeitnehmern ein Tag Freizeitausgleich zu.

Der Arbeitnehmer kann diesen Freizeitausgleich innerhalb von 3 Monaten nach Belieben nehmen. Er muss ihn allerdings wirklich nehmen und kann ihn sich nicht auszahlen lassen.

Achtung: Beantragt der Arbeitnehmer den Freizeitausgleich nicht innerhalb von 3 Monaten beim Arbeitgeber, so verfällt der Anspruch, sofern im Unternehmen kein flexiblerer Zeitrahmen gilt.

Base_legale Art. L. 232-3.

Was passiert, wenn ein gesetzlicher Feiertag auf einen arbeitsfreien Werktag fällt?

Der Begriff "arbeitsfreier Werktag" bezeichnet Wochentage (außer Sonntagen), an denen eine Person laut Arbeitsvertrag nicht arbeitet.

Beispiel:

Erstreckt sich die wöchentliche Arbeitszeit eines Arbeitnehmers von Montag bis Freitag, gilt der Samstag als arbeitsfreier Werktag.

Arbeitet ein Arbeitnehmer jeweils von Dienstag bis Samstag, ist der Montag für ihn ein arbeits­freier Werktag.

Fällt ein Feiertag auf einen solchen arbeitsfreien Werktag, so steht dem Arbeitnehmer ein Tag Freizeitausgleich zu, der innerhalb von 3 Monaten zu nehmen ist.

Ist dies aus betrieblichen Gründen nicht möglich, kann der Freizeitausgleich laut Gesetz noch bis zum Ende des Kalenderjahres genommen werden. Davon ausgenommen ist der Freizeitausgleich für Feiertage im November und Dezember; dieser ist in den ersten 3 Monaten des folgenden Jahres zu nehmen.

Der Arbeitnehmer muss einen solchen Freizeitausgleich immer beim Arbeitgeber beantragen.

Kann der Freizeitausgleich aus betrieblichen Gründen nicht gewährt werden, so hat der Arbeitnehmer Anspruch auf eine entsprechende Vergütung.

Base_legale Art. L. 232-6.

Was passiert, wenn der Feiertag auf einen Werktag fällt, an dem gearbeitet wird?

Fällt ein Feiertag auf einen Wochentag, an dem der Arbeitnehmer normalerweise mehr als 4 Stunden (nach Maßgabe seines individuellen Arbeitsvertrags) arbeitet, hat er den Tag frei und wird dafür bezahlt, ohne dass er einen zusätzlichen Urlaubstag bekommt.

Fällt der Feiertag auf einen Wochentag, an dem der Arbeitnehmer vier Stunden oder weniger gearbeitet hätte, hat er zusätzlich zur Bezahlung der Stunden, die er normalerweise gearbeitet hätte, Anspruch auf einen halben Tag Freizeitausgleich.

Kann der Freizeitausgleich aus betrieblichen Gründen nicht genommen werden, hat der Arbeitnehmer Anspruch auf eine Bezahlung, die der Dauer des ihm zustehenden Freizeitausgleichs entspricht. 

Base_legale Art. L. 232-6.

Kann ein Feiertag, der in einen Zeitraum fällt, in dem der Arbeitnehmer krankgeschrieben ist, nachgeholt werden?

Hierbei sind zwei Fälle zu unterscheiden:

  • Fällt der Feiertag auf einen Tag, an dem der Arbeitnehmer normalerweise gearbeitet hätte, ist der Feiertag verloren und kann nicht nachgeholt werden. Sofern der Arbeitnehmer an diesem Tag nach Maßgabe seines Arbeitsvertrags höchstens vier Stunden hätte arbeiten müssen, so hat er Anspruch auf einen halben Tag Freizeitausgleich.
  • Fällt der Feiertag hingegen auf einen Wochentag, an dem der Arbeitnehmer normalerweise nicht hätte arbeiten müssen, dann hat er Anspruch darauf, den Feiertag nachzuholen. In diesem Fall ist ihm folglich ein zusätzlicher Urlaubstag gutzuschreiben.

Dieselben Antworten gelten für eine Arbeitnehmerin, die sich im Mutterschaftsurlaub befindet.

An dieser Stelle sei nochmals darauf hingewiesen, dass die auf diese Weise nachgeholten Urlaubstage nach Maßgabe der oben ausgeführten Vorschriften zu beantragen und in Anspruch zu nehmen sind.

Wie wird die Feiertagsarbeit vergütet?

Sofern ein Arbeitnehmer dazu verpflichtet ist, an einem gesetzlichen Feiertag zu arbeiten, wird sein Lohn wie folgt festgesetzt:

sofern er nach Stunden bezahlt wird, hat er für jede an einem gesetzlichen Feiertag geleistete Arbeitsstunde zusätzlich zu seinem üblichen Lohn Anspruch auf seinen um einen Zuschlag von 100% erhöhten normalen Stundenlohn;

Beispiel:

Herr Y erhält einen Bruttostundenlohn von Euro 20,- und arbeitet an Montagen normalerweise
6 Stunden.

Am Pfingstmontag bat ihn sein Arbeitgeber, für 4 Stunden zur Arbeit zu kommen.

Sein Bruttolohn für den besagten Feiertag ist wie folgt: (6 x 20 €) + (4 x 40 €) = 280 €

sofern er einen Monatslohn bekommt, hat er für jede an einem gesetzlichen Feiertag geleistete Arbeitsstunde zusätzlich zu seinem üblichen Monatslohn Anspruch auf seinen um einen Zuschlag von 100% erhöhten normalen Stundenlohn. Der normale Stundenlohn wird bestimmt, indem der Monatslohn durch 173 geteilt wird.

Beispiel:

Herr X arbeitet 40 Stunden/Woche, d.h. 8 Stunden pro Tag von Montag bis Freitag, und bezieht einen Bruttomonatslohn von Euro 2 900,-.

Am Montag, den 1. November, Allerheiligen, musste er 6 Stunden arbeiten. In diesem Monat hat er Anspruch auf:

Stundenlohn:           2 900 : 173 = 16,76 €

Am Monatsende zu entrichtender Lohn:       2 900 + (6 x 33,52 €) = 3 101,12 €

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Lohnzulagen für Feiertagsarbeit unbeschränkt steuerfrei sind.

Base_legale Art. L. 232-7.

Wie wird die Arbeit an einem Feiertag vergütet, der auf einen Sonntag fällt?

Arbeitet ein Arbeitnehmer an einem Feiertag, bei dem es sich gleichzeitig um einen Sonntag handelt, so hat er Anspruch auf den gleichzeitigen Bezug des gesetzlich festgesetzten Lohns für die Feiertagsarbeit und auf den Zuschlag für Sonntagsarbeit.

Entlohnung eines auf einen Sonntag fallenden Feiertags, an dem gearbeitet wird

Arbeitet ein Arbeitnehmer an einem Feiertag, bei dem es sich gleichzeitig um einen Sonntag handelt, so hat er Anspruch auf den nachstehenden Lohn:

  • zur Vergütung des auf einen Sonntag fallenden Feiertags: auf einen Tag Freizeitausgleich, den er innerhalb einer Frist von 3 Monaten nach dem betreffenden Feiertag nach Belieben in Anspruch nehmen kann;
  • zur Vergütung der Arbeit an einem gesetzlichen Feiertag:

Entlohnung der an diesem Tag tatsächlich geleisteten Stunden zum normalen Stundentarif

+     Feiertagszuschlag = 100 % des normalen Stundenlohns multipliziert mit der Anzahl der an
       diesem Tag tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden;

-      zur Vergütung der Sonntagsarbeit: 70% Lohnzuschlag (70% des normalen Stundenlohns,
       multipliziert mit der Anzahl der am Sonntag geleisteten Arbeitsstunden).

Sollte es sich bei den am Sonntag geleisteten Stunden für den Arbeitnehmer gleichzeitig um Überstunden handeln, hat er darüber hinaus auch Anspruch auf eine Ausgleichsruhezeit von eineinhalb Stunden pro geleisteter Überstunde oder auf den Überstundenzuschlag von 40%.

Base_legale Art. L. 232-7.

Wie wird die Feiertagsarbeit in Saisonbetrieben vergütet?

Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle noch hinzugefügt, dass für Arbeitnehmer, die in Saisonbetrieben beschäftigt sind, Sondervorschriften gelten.

Als Saisonbetriebe gelten Hotelbetriebe, Gaststättenbetriebe und Schankbetriebe, sowie jedwedes sonstige Unternehmen des Privatsektors, dessen Geschäftstätigkeiten saisonalen Schwankungen unterliegen.

Sofern die in den vorstehend aufgezählten Betrieben beschäftigten Arbeitnehmer an gesetzlichen Feiertagen nicht frei haben, können sie für jeden gesetzlichen Feiertag, an dem sie gearbeitet haben, wie folgt vergütet werden:

  • entweder durch die Bewilligung von 2 bezahlten Ruhetagen, die innerhalb einer Frist von 6 Monaten in Anspruch zu nehmen sind;
  • oder durch die Bewilligung von 2 bezahlten Ruhetagen, die an den normalen Urlaub angehängt werden;
  • oder für die Gesamtheit der gesetzlichen Feiertage, an denen sie gearbeitet haben, durch die Bewilligung eines halben bezahlten Ruhetags pro Woche während des ganzen Jahres. Diese Ruhetage können nicht für die Berechnung der wöchentlichen Ruhezeit angerechnet werden.

Wie sieht es bei jugendlichen Arbeitnehmern aus, die an einem Feiertag arbeiten?

Jugendliche Arbeitnehmer dürfen grundsätzlich nicht an gesetzlichen Feiertagen beschäftigt werden.

Im Falle höherer Gewalt oder wenn die Existenz oder Sicherheit des Unternehmens dies erfordert, darf der Arbeitgeber die jugendlichen Arbeitnehmer jedoch ausnahmsweise an einem Feiertag arbeiten lassen, doch ausschließlich in dem zur Vermeidung einer ernsthaften Behinderung des normalen Betriebs des Unternehmens erforderlichen Maße und sofern nicht rechtmäßig auf erwachsene Arbeitnehmer zurückgegriffen werden kann.

Der Unternehmensleiter setzt unverzüglich und unter Angabe des Grundes oder der Gründe für die Feiertagsarbeit den Direktor der Gewerbeinspektion darüber in Kenntnis.

Darüber hinaus kann der Arbeitsminister eine verlängerte Genehmigung für die Feiertagsarbeit von jugendlichen Arbeitnehmern gewähren, die in Hotels, Restaurants, Cafés, Snackbars, Kliniken, Pflege- und Betreuungseinrichtungen für Senioren und/oder Pflegebedürftige, Kinderheimen und im Bereich der Kindererziehung und Kinderbetreuung tätigen Einrichtungen beschäftigt sind. Aus der Entscheidung des Ministers geht die Gültigkeitsdauer dieser Genehmigung hervor.

Jugendlichen Arbeitnehmern wird die Arbeit an gesetzlichen Feiertagen zusätzlich zu dem allen Arbeitnehmern für die Arbeit an gesetzlichen Feiertagen zustehenden Lohn mit einer Zulage von 100% entlohnt.

Darüber hinaus ist den jugendlichen Arbeitnehmern für den im Dienste des Arbeitgebers verbrachten Feiertag innerhalb einer Frist von den dem betreffenden Feiertag unmittelbar folgenden 12 Tagen ein ganzer Tag Freizeitausgleich zu gewähren.

Base_legale Art. L. 344-13.

Ist der Arbeitgeber zur Führung eines besonderen Verzeichnisses verpflichtet?

Ja, der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, ein besonderes Verzeichnis der an gesetzlichen Feiertagen geleisteten Arbeitsstunden zu führen, unter Angabe der den Arbeitnehmern entsprechend entrichteten Löhne.

Base_legale Art. L. 232-8.
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