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Die Arbeitsunfälle und die Berufskrankheiten

Bei der Unfallversicherung handelt es sich um eine Pflichtversicherung.

Die Versicherung ist in Form eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit tätig, der sämtliche in Luxemburg
niedergelassene Arbeitgeber umfasst. Sie verfügt über eine eigene Rechtspersönlichkeit und unterliegt der
Überwachung der Regierung.

Die individuelle Haftpflicht eines Arbeitgebers wird durch die kollektive Haftpflicht aller Arbeitgeber ersetzt.

Die Versicherung zielt auf die Entschädigung der Opfer von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten oder deren
Rechtsnachfolgern ab.

Die Versicherten und ihre Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen zur Vermeidung
von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten zu ergreifen.

Sämtliche Arbeitnehmer, d.h. Personen, die im Großherzogtum Luxemburg gegen Entlohnung auf fremde Rechnung
eine berufliche Tätigkeit ausüben, sind gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten pflichtversichert.

Den Arbeitnehmern offiziell gleichgestellt sind:

1. Der Arbeitsunfall und der Wegeunfall

Was wird als "Arbeitsunfall" bezeichnet?

Das Gesetz definiert Arbeitsunfälle als Unfälle, die der Versicherte durch die Arbeit oder bei der Arbeit erleidet.

Diese sehr knappe Definition wurde von der luxemburgischen Rechtsprechung ergänzt, die zur näheren Bestimmung
der wesentlichen Merkmale eines Arbeitsunfalls eine Definition des französischen Kassationshofs
heranzog. Demgemäß ist ein Arbeitsunfall durch ein plötzliches, von außen auf den menschlichen Körper einwirkendes
Ereignis gekennzeichnet, das während der Arbeit eine Schädigung des menschlichen Organismus
verursacht.

Das Merkmal des plötzlichen Eintritts ermöglicht eine genaue zeitliche Bestimmung des Unfalls sowie die
Unterscheidung zwischen Unfall und Krankheit, bei der es sich um ein allmählich eintretendes, sich langsam
entwickelndes Ereignis handelt.

Die Bedingung der äußeren Einwirkung beinhaltet die Forderung, dass ein externer Faktor direkt oder indirekt
beteiligt ist.

Dabei kann es sich sowohl um eine Kraft im eigentlichen Sinne als auch um Faktoren in der Umgebung des
Versicherten handeln, wie beispielsweise unüblich belastende Arbeitsbedingungen, die besonders hohe und
anhaltende Anstrengungen erfordern.

Was den zwingenden Zusammenhang zwischen Unfall und Arbeit betrifft, gilt nach der Rechtsprechung folgende
Vermutung: Das plötzliche Eintreten einer körperlichen Schädigung während der Arbeitszeit und am Arbeitsplatz
ist ein Arbeitsunfall. Es sei denn, die Unfallversicherung weist nach, dass die Verletzung durch eine von
der versicherten Tätigkeit unabhängige Ursache herbeigeführt wurde. Der Nachweis der zeitlichen und örtlichen
Bedingungen obliegt dem Versicherten.

Base_legale Art. 92.

Was wird als "Wegeunfall" bezeichnet?

Als Wegeunfall gelten laut Gesetz Unfälle auf dem Hin- oder Rückweg zwischen:

  • dem Hauptwohnsitz, einem beständigen Zweitwohnsitz oder jedwedem anderen Ort, an den sich
    der Versicherte aus familiären Gründen üblicherweise begibt, und dem Arbeitsort;
  • dem Arbeitsort und dem Restaurant, der Kantine oder allgemeiner ausgedrückt dem Ort, an dem
    der Versicherte in der Regel seine Mahlzeiten einnimmt.

Dieser Weg muss nicht zwingend der direkteste sein, wenn der Umweg im Rahmen einer regelmäßigen Fahrgemeinschaft
erforderlich ist oder getätigt wird, um ein im Haushalt des Versicherten lebendes Kind zu einer
Drittperson, welcher dieses Kind anvertraut wird, um einer beruflichen Tätigkeit nachgehen zu können, zu bringen
oder dort abzuholen.

Wie ist ein Unfall anzuzeigen?

Der Arbeitgeber muss jeden Arbeitsunfall der Unfallversicherung (AAA) melden und ihr sämtliche auf dem Unfallanzeigeformular
geforderten Angaben liefern.

Erkennt die Unfallversicherung einen seitens des Arbeitgebers als Arbeits- oder Wegeunfall angezeigten Unfall
oder eine seitens des Arztes als Berufskrankheit angezeigte Krankheit nicht als solchen/solche an, kann gegen
diese, dem Versicherten zugestellte Entscheidung, Einspruch eingelegt werden.

Für weitere Informationen: http://www.aaa.lu/formulaires/declarations/

2. Die Berufskrankheiten

Was ist unter einer Berufskrankheit zu verstehen?

Eine Berufskrankheit ist eine Krankheit, deren wesentliche Ursache auf eine versicherte berufliche Tätigkeit
zurückzuführen ist.

Es wird angenommen, dass eine Krankheit dann berufsbedingt ist, wenn sie auf der Liste der Berufskrankheiten
erfasst ist und durch besondere Risiken verursacht wird, denen der Betroffene am Arbeitsplatz ausgesetzt ist.

Die Liste der Berufskrankheiten wird auf Vorschlag der obersten Kommission für Berufskrankheiten durch
großherzogliche Verordnung festgelegt.

Eine Krankheit kann nur dann als Berufskrankheit betrachtet werden, wenn sie nach dem aktuellen Wissensstand
der Medizin durch besondere Einwirkungen verursacht wurde, denen bestimmte Personengruppen in
wesentlich stärkerem Maße ausgesetzt sind als die Durchschnittsbevölkerung.

Ein wesentlicher Bestandteil der Definition der Berufskrankheit ist die besondere Einwirkung.

Eine Krankheit, die nicht in der Liste der Berufskrankheiten aufgeführt ist, kann als Berufskrankheit anerkannt
werden, wenn der Versicherte den Nachweis erbringt, dass die Krankheit auf eine berufliche Tätigkeit zurückzuführen
ist.

Wie ist eine Berufskrankheit anzuzeigen?

Artikel 1 Absatz 2 der großherzoglichen Verordnung vom 27. März 1986 zur Änderung des großherzoglichen Beschlusses
vom 30. Juli 1928 zur Ausdehnung der Unfallversicherungspflicht auf die Berufskrankheiten sieht vor,
dass der behandelnde Arzt zur Untersuchung von Krankheitsfällen jede Berufskrankheit der Unfallversicherung
anzeigen muss.

Diese Anzeige erfolgt auf einem besonderen Formular, das als ärztliche Anzeige einer Berufskrankheit bezeichnet
wird. Das Formular ist der Abteilung für Berufskrankheiten der Unfallversicherung zu übermitteln.

Die oben genannten Berichte können auch von den Ärzten der verschiedenen arbeitsmedizinischen Dienste
erstellt werden. Die Unfallversicherung nimmt auch rückwirkende Anzeigen entgegen.

Selbst im Falle der starken Annahme des Vorliegens einer Berufskrankheit sind der behandelnde Arzt und/oder
der Arbeitsmediziner nicht immer dazu in der Lage, eine Berufskrankheit vor Ablauf einer bestimmten Frist,
während der der Arbeitnehmer dem Risiko ausgesetzt ist, festzustellen. Ebenso kann die schrittweise Heilung
bestimmter pathologischer Symptome ab dem Moment, in dem der Arbeitnehmer keinen Risiken am Arbeitsplatz
mehr ausgesetzt ist, von vornherein den Verdacht des Vorhandenseins von Faktoren aufwerfen, die schädlich
für die Gesundheit der Arbeitnehmer sind. In diesen beiden Fällen erfolgt die Anzeige der Berufskrankheit
mit einer gewissen Verzögerung.

Auf der Liste der Berufskrankheiten nicht verzeichnete Krankheiten können vom Vorstand der Unfallversicherung
zur Entschädigung zugelassen werden, sobald hinreichend nachgewiesen werden kann, dass die Krankheit
beruflichen Ursprungs ist.

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